Waffenrecht

Unter den Teppich

 

Unter den Teppich
 
soll die Mordtat von Norwegen gekehrt werden. Der Attentäter Anders Breivik ist begutachtet worden und es wurde festgestellt, daß er geisteskrank und daher strafrechtlich nicht verantwortlich wäre. Nicht jedem gefällt das. Es würde dann nämlich gar kein Prozeß stattfinden, der Täter käme in eine geschlossene Anstalt auf Lebenszeit.
Ihn lebenslang wegzusperren, ist sicher eine Lösung, mit der man einverstanden sein kann. Die Vorstellung, daß dieses Monster irgendwann einmal wieder frei herumläuft ist schlechterdings unerträglich.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite aber ist, daß die öffentliche Verhandlung unterbleibt, die Taten nicht wirklich aufgeklärt werden können und daß der Mörder seine Bewegründe nicht erklären kann. Und das ist noch schlimmer.
Auch wenn Breivik geistig beeinträchtigt gewesen ist, er hatte seine Gründe für die Morde und die Gründe waren schwerwiegend – zumindest für ihn. Die Angehörigen der Opfer und die Öffentlichkeit haben ein gutes Recht, die Motive des Täters zu erfahren.
Das Gutachten ist verdächtig. Es sieht so aus, als solle es dazu dienen, eben gerade diese Öffentlichkeit zu vermeiden. Eine Geisteskrankheit allein reicht nicht dazu aus, diese Schreckenstaten zu erklären. Die Durchführung erforderte Vorbereitung und sorgsame Planung. Jemand, der nicht Herr seiner Sinne ist, schafft das nicht. Außerdem muß es ein schwerwiegendes Motiv dafür geben. Der Täter wollte ja etwas bewirken, etwas zeigen, die Öffentlichkeit aufrütteln.
Das darf einfach nicht unter den Teppich gekehrt werden. Wir haben alle ein Recht auf diesen Prozeß, wir alle haben das Recht, den Mörder zu hören. Vielleicht will man nicht, daß das geschieht.
Vieles ist faul im Staate Norwegen und wir alle wollen das wissen.