Jagd

Unzufriedene Jäger

 

Sehr geehrter Herr Landesjägermeister!
 
Tieferschüttert mußte ich heute (Anm.: Mittwoch, 10.10.2012) einen Bericht über ein Interview der Niederösterreichischen Nachrichten mit dem Bezirksjägermeister Brandstetter aus Krems zur Kenntnis nehmen:
 
http://www.noen.at/lokales/noe-uebersicht/krems/aktuell/Halte-Waffenregister-fuer-sinnvoll;art2512,417233
 
BJM Brandstetter sagte zur Frage der NÖN, ob der private Waffenbesitz durch das neue Waffengesetz (Registrierung) zurückgedrängt werde, folgendes:
 
NÖN: Wird der private Waffenbesitz dadurch zurückgedrängt werden?
Brandstetter: Wenn der private Waffenbesitz - mit Ausnahme der Jagdwaffen - zurückgedrängt wird, sehe ich darin keinen Nachteil. Im Gegenteil, ich würde es sogar eher begrüßen.
 
Ganz abgesehen, daß seine Meinung zur Registrierung sehr kurz gedacht war (tatsächlich bereitet man damit schon eine künftige Waffensteuer vor. Das wird auch die Jäger treffen) brüskiert er mit seiner Antwort zum privaten Waffenbesitz alle Sportschützen, Sammler und alle jene unbescholtenen und gesetzestreuen Staatsbürger, die ihre Waffen – in Zeiten wie diesen – zur Selbstverteidigung bereithalten.
 
Dem BJM ist nicht bekannt, daß er ohne die “Mitbrüder im privaten Waffenbesitz” vielleicht gar keine, aber jedenfalls nur noch eine Flinte und eine Büchse besitzen würde. Ich verweise damit auf die vaterländische Antiwaffenkampagne der Jahre 1995 bis 2000. Herr BJM kann sich offensichtlich nicht mehr daran erinnern, daß damals von SPÖ und den Grünen ein generelles Privatwaffenverbot gefordert wurde. Der intensiven Arbeit einer uneigennützigen Dachorganisation für den privaten Waffenbesitz – der IWÖ (Interessenvertretung liberales Waffenrecht in Österreich) – war es zu verdanken, daß dieses Privatwaffenverbot nicht in Kraft treten konnte. Etwa 390.000 Wählerstimmen haben das entschieden. Das Zünglein an der Waage waren damals die “Privatwaffenbesitzer”!
 
Ich persönlich hatte damals die Ehre, die Grüne Frau Mag. Stoisits davon zu überzeugen, daß ihre Forderung “2 Gewehre für Jäger sind genug!” nicht realistisch ist. Nach längerer Korrespondenz gab sie mir recht. Außer mir gab es sehr viele Legalwaffenbesitzer, die für unsere gemeinsame Sache - den privaten Waffenbesitz - gekämpft haben. Wir alle haben damals an ein und demselben Strick gezogen (gut, die Jägerschaft hat sich auch damals schon dezent zurückgehalten). Gemeinsam konnten wir das Schlimmste verhindern.
 
Und jetzt kommt ein BJM daher und beteiligt sich tatkräftig an der Neuauflage der Antiwaffenkampagne. Das ist eine Schande für die gesamte Jägerschaft sondergleichen! Immerhin handelt es sich dabei um einen BJM und um keinen einfachen Jägersmann. Dem einfachen Bürger kann man ohne weiteres eine unbedachte Meinungsäußerung zubilligen, aber einem BJM in seiner Funktion müßte man zutrauen können, daß er über den Tellerrand hinauszublicken vermag und den Ernst der Lage erkennt.
 
Waidmannsheil!
 
Franz Schmidt
8262 Ilz
Polizeibeamter i R
 

P.S.: Ich gehöre nicht dem NJV an sondern dem Steirischen. Da der Herr BJM zu einem Bundesgesetz Stellung bezog, welches alle Österreichischen Jäger und Waffenbesitzer betrifft, sah ich mich dazu veranlaßt, ebenfalls Stellung zu nehmen.