Waffenrecht International

Trotteln vor den Vorhang!

 

Trotteln vor den Vorhang!
 
Es geht schon los. Die Toten aus Newtown sind noch nicht begraben und die Journalisten schreiben schon fleißig. Wohin das läuft, ist klar: Verschärfung von Waffengesetzen, natürlich nicht nur in den USA, nicht nur in Newtown, nicht nur in Connecticut. Darum geht es nicht wirklich. Außerdem: Was hat ein kleiner österreichischer Journalist dort schon für eine Bedeutung?
Es geht also nicht um die USA. Es geht um Europa, um Deutschland und um Österreich. Hier in Europa sollten die Waffengesetze verschärft werden, hier in Europa will man die Bürger entwaffnen. Die Gelegenheit könnte nicht schöner sein.
Noch sind die Politiker nicht auf den Plan getreten, aber das kommt noch. Aber das Feld muß bereitet werden und dafür sind die Trottel der öffentlichen Meinung da, dafür werden sie schließlich bezahlt.
Es folgt eine kleine Auslese aus dem österreichischen Blätterwald. „Krone“ und „Österreich“ habe ich ausgelassen, die sind einfach gar zu blöd. Bei der „Krone“ warte ich aber noch auf die Marga Swoboda, die kommt ja sicher wie der Furz nach dem Bohnengulasch.
Den Anfang macht der Herr Andreas Schwarz vom „Kurier“:
In seinem Beitrag: „Heimat der Massaker“ meint er „Bei gesundem Verstand dürfte kein Mensch fähig sein, die liberalen Waffengesetze in den USA zu verteidigen“.
Nun ja, den gesunden Verstand vermißt man. Aber nicht bei den Verteidigern der liberalen Waffengesetze, die ja in Wirklichkeit Verteidiger des Menschenrechtes auf Waffenbesitz sind, sondern bei den Schreiberlingen, denen der Verstand, den sie nicht haben, über die Ehrfurcht vor Bürgerrechten geht.
Die nächste ist eine Frau Ulrike Weiser von der „Presse“ eine ausnehmend ahnungslose Leitartiklerin, die meint, daß das österreichische Waffengesetz im Vergleich sehr streng sei und weiter, es sei gut so. Sie bleibt uns aber schuldig, auszuführen, in welchem Vergleich sie das österreichische Gesetz sieht. Im Vergleich zum Schweizer Gesetz ist das österreichische schon strenger, im Vergleich zum deutschen aber viel liberaler. Natürlich sagt sie auch nicht, warum das gut sein soll, warum ein strenges Waffengesetz gut ist. Interessiert die Frau Weiser nicht. Hauptsache streng und das ist gut. Das ist die neue Qualität eines Qualitätsblattes.
Noch einer von der „Presse“. Da werkt ein Norbert Rief, der schon oft durch äußerst dumme Wortmeldungen aufgefallen ist. Er scheint legitimiert zu sein, über das Waffenrecht in den USA zu referieren, weil er davon so überhaupt keine Ahnung hat. Wissen wird durch Vorurteile ersetzt, das ist das Markenzeichen des Norbert Rief.
Er hat aber auch vom österreichischen Gesetz keine Ahnung – nur ein kleines Zitat:
„In 24 Bundesstaaten gelten noch weitergehende „Stand your ground“-Gesetze. Sie besagen, daß jemand die Konfrontation nicht scheuen muß, vor Gewalt also nicht, wie in Österreich etwa, zuallererst weichen muß.“
Aha! Also in Österreich – das glaubt der Herr Rief anscheinend wirklich – muß man vor der Gewalt zuallererst weichen und darf sich dann erst verteidigen. Falsch geglaubt, Herr Redakteur! Geschichte müssen sie nicht lernen, hätte wahrscheinlich auch wenig Sinn, aber bevor man so einen Artikel schreibt, könnte man ins Gesetz hineinschauen und wenn man die Paragraphen schon nicht versteht, sollte man wenigstens einen fragen, der sich auskennt.
Bei der „Presse“ wie es scheint aber nicht mehr modern oder üblich.
Ich verabschiede mich also aus dem bunten Blätterwalt. Sicher gibt es demnächst noch mehr. Gescheites wird sicher nicht darunter sein.
 

P.S.: Ist schon da, die Marga Swoboda. Es gibt kein schönes Gewehr sagt sie. Ein Gewehr sei ein Mordwerkzeug. Sie hat schon Dümmeres geschrieben. Nicht wirklich schwer.