Waffenrecht Österreich

Die „Krone“ der Berichterstattung

 

Die „Krone“ der Berichterstattung
 
Man muß sich auf einiges gefaßt machen. Die Zeitungen schreiben natürlich über den „Amoklauf“ in Colorado und da kommt selten was Gescheites heraus. Ohne Manipulation und Meinungsmache geht es da selten ab. Vor allem bei Themen wie diesem wird Berichterstattung mit Kommentar bunt gemischt, die Tatsachen werden zur Indoktrination. Man hat sich inzwischen gewöhnt daran Aber manchmal ist es auch reine Dummheit der Akteure, die sichtbar wird.
Ein besonders schönes Beispiel ist die Frau Ulli Kittelberger von der „Krone“, die am 25.7. dortselbst über den Waffenbesitz in Österreich schreibt.
Ich kenne die Dame nicht, sie muß aber ein besonderes Exemplar von Ahnungslosigkeit, Dummheit und Ignoranz sein. Nicht einmal eine Agenturmeldung kann sie abschreiben und richtig deuten schon gar nicht. Schon der Titel des Berichtes (wahrscheinlich selbst gedichtet und nicht abgeschrieben) sagt einiges über den Geisteszustand der Frau Kittelberger:
„Waffenbesitz: Österreich feuert sich an EU-Spitze“
Wahnsinn. Wir feuern uns an Europas Spitze. Wenigstens etwas, wo Österreich (neben der Inkompetenz unserer Regierung) Spitze in Europa ist.
Es geht weiter: Zuerst einmal blickt Europa (wahrscheinlich mit Ausnahme Österreichs) kopfschüttelnd auf die USA, so die Frau Kittelberger.
Europa schüttelt also den Kopf darüber, daß der Killer so leicht Waffen erwerben konnte. Bevor ihnen vor lauter Schütteln der Kopf herunterfällt, Frau Kittelberger: In Österreich geht es genau so leicht, man darf halt nicht den legalen Weg wählen, sondern muß die Waffen illegal kaufen. Geht wirklich leicht.
Aber Schwachstellen gäbe es im Waffengesetz, so die „Krone“ weiter. Angeblich gibt es 2,5 Millionen Schußwaffen in Österreich und zentral registriert sind sie nicht. Das hat eine „umfangreiche Recherche“ ergeben. Das habe der „Guardian“ herausgefunden, schreibt die Kittelbergerin.
Nun, recherchiert hat hier keiner, der „Guardian“ nicht und die „Krone“ schon gar nicht. Ein Blick ins Internet hätte genügt. Dort stehen die 2,5 Millionen, eine Phantasiezahl, die natürlich nicht stimmt. Zu Ihrer Beruhigung, Frau Kittelberger, es sind wahrscheinlich 10 bis 20 Millionen legaler Waffen, die in Österreich existieren und die illegalen sind wahrscheinlich doppelt so viele.
Das Innenministerium weiß das natürlich nicht, kann es nicht wissen und 2014, wenn die Registrierungsfrist ablaufen ist, wird man zwar die Zahl der legalen Waffen kennen. Was aber die Leute nicht registriert haben, das wird man nie erfahren. Ist halt dann illegal, macht aber nichts.
So Kleinigkeiten, daß das Gesetz, das nach dem „Krone“-Bericht im Herbst beschlossen werden soll, tatsächlich aber schon 2010 beschlossen worden ist, brauche ich gar nicht zu erwähnen. Das zu recherchieren würde die Energie der Frau Kittelberger schwer überfordern.
Den Herrn Grundböck vom Innenministerium hat man wenigstens gefragt. Daß der auch nichts weiß, liegt in der Natur der Sache.
Ist aber alles egal. Hauptsache eine Schlagzeile gibt es und Österreich hat sich endlich an die Spitze gefeuert. Die Frau Kittelberger aber feuert niemand. Schade.
 
 
In Bulgarien wird auch gefeuert
Aber wirklich. Ein geschiedener Ehegatte hat dort seine Ex-Frau mit vier Schüssen ermordet. Das Opfer hat in Österreich gearbeitet, während der Mörder das Geld vertrunken und verspielt hat, so zumindest die Zeitung. Klar gilt die Unschuldsvermutung.

Wieviele Waffen es in Bulgarien gibt, weiß ich nicht, auch der Herr Grundböck vom Innenministerium kann das nicht wissen und wir werden es nicht herausfinden, nicht einmal wenn wir die Frau Kittelberger nach Bulgarien schicken, damit sie dort „umfangreich recherchiert“.