Waffenrecht Österreich

Die Braut des Jägers wird registriert

 

Die Braut des Jägers wird registriert
 
Eine Braut, die registriert wird, ist öffentlich. Manchem gefällt das, manchem gefällt das nicht. Und wenn es keinen Ausweg gibt, ist es vielleicht besser, Gefallen daran zu finden, daß man seine Braut registriert, öffentlich macht, sie preisgibt, denjenigen ausliefert, die das überhaupt nichts angeht.
Es ist die Rede von der Braut des Jägers, von seinem Gewehr, es ist die Rede vom neuen Waffengesetz und es ist die Rede von der Registrierung.
Am 1. Oktober soll es jetzt so weit sein. Es muß nämlich so weit sein, sonst wird die EU furchtbar böse. Ob es wirklich der 1. Oktober sein kann, weiß ich nicht. Die Herren vom Innenministerium haben mir das versichert und ich glaube natürlich das, was mir ein wichtiger Beamter eines Ministeriums sagt. Ungschauter. Aber dennoch: so richtig funktioniert das Registrierungssystem immer noch nicht, denn inzwischen hat man die Versuchsläufe wieder eingestellt. Vielleicht nur vorübergehend – mein Vertrauen ist jedenfalls grenzenlos.
Es wird also schon klappen. Man wird sich eben anstrengen und vielleicht etwas weniger Energie in die Verbrechensbekämpfung und mehr in die Computer stecken. Die Bürokratie hat wie immer den Vorrang vor der Aktion und auf Computerbildschirme zu starren, ist einfacher und bequemer, als Bösewichtern nachzulaufen, die ohnehin sofort wieder ausgelassen werden, wenn man sie erwischt.
Es gibt jetzt ein Editorial im „Weidwerk“ http://forum.iwoe.at/viewtopic.php?f=11&t=12295  Es geht dabei um „des Jägers Braut“ – siehe oben. Dr. Lebersorger, den ich sehr schätze und der für uns Jäger schon sehr viel erreicht hat (Stichwort: Waffenpaß für Jäger), hat es geschrieben. Die Zusammenarbeit mit dem Ministerium funktioniere und habe sich in der Vergangenheit gelohnt, sagt er und er hat recht. Wenn man immer genau das macht, was das Ministerium verlangt, wird die Zusammenarbeit natürlich ersprießlich sein. Fragt sich nur, für wen.
Gerüchte gibt es, das ist normal. Die Leute sind eben verunsichert. Sie verstehen nicht, wofür die Registrierung gut sein soll, wo es doch seit jeher schon ohne diese Registrierung gegangen ist. Für die Sicherheit des Landes bringt es nichts wenn die Jäger ihre Gewehre registrieren lassen, so viel ist klar.
Also was steckt dahinter? fragen sich die Betroffenen. Und da sie keine vernünftigen Antworten bekommen – die gibt es nämlich nicht – blühen die Gerüchte und die Spekulationen. Verständlich. Und wenn dann noch in unserem Nachbarland energische Versuche unternommen werden, eine Waffensteuer (so um die 300 € jährlich pro Waffe) einzuführen, darf sich niemand wundern, wenn die Befürchtungen genau in diese Richtung gehen.
Und wenn noch dazu im neuen Gesetz die Möglichkeit geschaffen wird, daß das Innenministerium mit einem Federstrich jede beliebige Waffe einfach verbieten kann – ganz ohne rechtliches Verfahren, ganz ohne Einspruchsmöglichkeiten – wird man nachdenklich.
Aber besser man denkt nicht nach. Denn wie es weitergehen wird, wissen wir alle nicht.
Das Weidwerk empfiehlt also:
„Die kommende notwendige Erfassung aller Jagdgewehre in einem Waffenregister wird uns nicht in die Illegalität abdrängen – wir werden dieser Verpflichtung nachkommen!“
Gut so. Wir alle wollen nicht illegal werden, auch wenn die „notwendige Erfassung“ einzig und allein aus dem Grund notwendig ist, weil die EU es anschafft und unser Gesetzgeber die derzeit noch legalen Waffenbesitzer damit sehr wohl in die Illegalität abdrängen will, wollen wir wirklich nicht illegal werden. Das zahlt sich nämlich nicht aus.
Aber eine Empfehlung von mir sollten die Jäger doch annehmen:
Bitte den Altbestand der Kat. C-Waffen nicht gleich anmelden. Und die Kat.D.-Waffen überhaupt nicht. Bis Mitte 2014 ist ja für die C-Waffen noch Zeit und wer weiß, ob es dann die EU überhaupt noch gibt. Zumindest sollte man bis zur nächsten Nationalratswahl im Jahr 2013 warten.
Denn wer weiß, wer dann im Innenministerium sitzt. Das könnten aber die legalen Waffenbesitzer und vor allem die Jäger mitentscheiden. Hoffentlich tun sie das dann auch.
 

P.S.: Der Godzilla ist in Brüssel gesichtet worden. In einem Report vom 26. 7. 2012 wird schon die Abschaffung der Waffenkategorien C und D untersucht. Wie die Untersuchung ausgehen wird, ist vorauszusehen. Näheres dazu in einem der nächsten Querschüsse.