Jagd

Auf der Gamsjagd

Auf der Gamsjagd

 

Die Bilder waren unerfreulich und unappetitlich. Fast alle haben das gesehen, sich darüber aufgeregt und vielfach ihren Abscheu kundgetan. Die Berichte in den Medien waren auch entsprechend. Die Jägerschaft hat Schadensbegrenzung mittels Vorverurteilung versucht, gelungen ist es nicht wirklich.

Natürlich war das unweidmännisch, natürlich tut man so etwas nicht, natürlich war das tierquälerisch, natürlich war das unprofessionell und natürlich war es saublöd, das alles von einem vorbeikommenden Urlauber filmen zu lassen.

Es ist geschehen und der Schaden ist angerichtet, das Image und der Ruf der Jäger und der Jagd ist wieder am Tiefpunkt angelangt und die vielen bemühten Aktionen der Landesjagdverbände, all das Vermitteln von Verständnis für Jagd und Jäger ist zunichte gemacht.

In der Sache selbst gibt es nicht sehr viel mehr zu sagen, außer daß das Töten von Lebewesen eine ernste Sache ist, die mit Anstand zu geschehen hat und dieser Anstand heißt Weidgerechtigkeit. Das wird unterrichtet, vorgelebt und praktiziert. Einige Sekunden auf einem Video haben aber gezeigt, daß es manchmal auch anders zugeht.

Zwei Fragen dürfen aber gestellt werden:

Der Fangschuß mit einer bequem mitgeführten Faustfeuerwaffe hätte das Leiden des Wildes schnell und sauber beendet. Der Körperkontakt mit dem Erleger – eine unglaublich streßbelastete und quälende Situation für das Tier – hätte vermieden werden können.

Erste Frage: Warum hat sich der Tiroler Jagdverband bis vor kurzem so dagegen gesträubt, dem Jäger das Führen einer Faustfeuerwaffe zuzubilligen? Ist das jetzt endlich vorbei? Und wird dieser Vorfall ein Umdenken bei den Tiroler Jagdfunktionären auslösen?

Zweite Frage: Warum löst das grausliche Video mit der Gams so große Aufregung aus, während ein ebenso grausliches Video, das zeigt, wie ein Rentner von zwei jungen Männern mißhandelt, getreten und fast getötet wird, vergleichsweise mit einer fast stoischen Selbstverständlichkeit hingenommen wird?

Mensch und Tier – das ist ein Unterschied. Ich hoffe zumindest. Aber es sollte wohl keinen Unterschied machen, ob der Täter ein Jäger ist oder ob die Täter aggressive Jugendliche mit dem sattsam bekannten „Hintergrund“ sind.