Jagd

Tierschützer unter uns

Tierschützer unter uns

 

Der Wilderer von Annaberg ist den beruflichen Tierschützen gerade recht gekommen. Es hätte ihnen nichts besseres passieren können. Endlich kann man wieder auf die Jäger losgehen, neue Gesetze, neue Verbote fordern und das Verbot der Jagd genüßlich vorbereiten.

Diese Leute sind auf dem richtigen Weg wie es scheint. Denn die Jagdverbände spielen mit in dem Spiel der Jagdgegner, das man dabei leider nicht durchschaut.

Mit dem Bleiverbot, das von den Jägern viel zu bereitwillig akzeptiert und im vorauseilenden Gehorsam den Flugwild-Jägern auf‘s Aug gedrückt wurde, haben die Jagdgegner einen schönen Erfolg errungen. Die Jäger haben das noch immer nicht begriffen.

Also jetzt der Wilderer.

Mit den Jägern und der Jagd hat das natürlich nichts zu tun. Der Kerl war ja ein Ausnahmeverbrecher. Aber das Kesseltreiben haben die Tierschützer dennoch schon begonnen. Der Psychotest für alle Jäger wird verlangt und das Kuratorium für Verkehrssicherheit reibt sich schon die Hände. Ein Millionengeschäft winkt. Da wird sicher auch etwas für die Tierschützer abfallen.

Die Jäger pochen auf ihre Privilegien. Die falsche Politik. Denn ein Privilegium ist eine Gnade, eine Ausnahme, die der Herrscher jederzeit wieder entziehen oder streichen kann. So darf man nicht argumentieren. Man müßte jetzt die Gelegenheit benützen und den ganzen Psychotest in frage stellen. Macht natürlich keiner.

Einer schon. Ich nämlich. Ich bin ein Jäger. Bin ich aber wirklich der einzige, der diese Strategie der Jagdgegner durchschaut? Scheint so.