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Bahnräuber müßte man sein!

Bahnräuber müßte man sein!

 

Der große Räuber Ronald Biggs ist gestorben. Zahlreiche Nachrufe und Würdigungen in den Medien. Irgendwie hat man ein schlechtes Gefühl dabei. Daß man über einen Mann, der so viel Geld erbeutet hat, Geschichten schreibt, kann in unserer Gesellschaft nicht ausbleiben. Übertreiben müßte man aber nicht.

Es hat sich da eine Art Heldenverehrung breit gemacht – ein Millionenräuber hat schon so etwas wie eine Gloriole, einen Heiligenschein. Bei solchen Geschichten bleibt die Moral auf der Strecke. Bonny & Clyde, Al Capone, Billy the Kid, Jesse James, Wild Bill und wie sie alle geheißen haben.

Wenn sich der Roman, der Film dieser Gestalten bemächtigt, ist die Gefahr groß, daß die Mörder und Räuber zu Helden verklärt werden. Daß dabei die Wahrheit auf der Strecke bleibt, muß man hinnehmen.

Wirklich – muß man das hinnehmen? Sollte man dabei nicht die Tatsachen berücksichtigen? Die wären immerhin spannend genug – auch wenn man dabei so manchen Helden verliert.