Politik

Die Tränen der Frau Fekter

Die Tränen der Frau Fekter

 

Die ehemalige Finanzministerin und die noch ehemaligere Innenministerin ist eine Frau, die nicht leicht weint. Aber sie hat geweint, als sie von ihrem Amt Abschied nehmen mußte. Gekränkt? Traurig? Wehmütig? Das sind keine Kategorien, die eine Frau Fekter zum Weinen bringen können. Das glaube ich zumindest.

Die Erklärung für die Tränen der Ministerin liegt wo anders: Wenn ein Finanzminister nicht mehr Finanzminister ist, scheidet er (sie) aus dem Gouverneursrat des ESM aus. Das ist, wie wir wissen, der Europäische Stabilitätsmechanismus, die größte Geldvernichtungsmaschine aller Zeiten. Die Finanzminister der Teilnehmerstaaten sind da im Gouverneursrat drinnen.

Diese Gouverneure sind nicht nur völlig immun, sie bestimmen auch ihre Bezüge selbst und diese Bezüge sind auch geheim, außerdem sind sie steuerfrei. Das kriegt man also bar auf die Kralle, wie das eben bei so mafiösen Strukturen üblich ist. Das Finanzamt hat davon keine Ahnung und darf auch nicht mitnaschen. Sagen darf man auch nichts. Vor allem die Steuerzahler haben nicht das Recht zu fragen und wenn sie doch fragen, erfahren sie nichts. Wunderbar.

Das also hat die Frau Fekter verloren und das hat sich jetzt der Parteifreund Spindelegger unter den Nagel gerissen.

Ich muß sagen, auch einem so hartgesottenen Bösewicht wie ich es einer bin, würden da die Tränen waagrecht aus den Äuglein schießen.

 

Und was kriegt jetzt der Spindelegger für den Fußtritt, den er der Fekter verpaßt hat?

Ich weiß es nicht und er sagt auch nichts. Man ist auf Schätzungen angewiesen und ich schätze einmal, das es wahrscheinlich so etwa 50.000 € im Monat sein werden. Mit weniger werden sich die Herrschaften sicher nicht zufriedengeben. Wären also 600.000 im Jahr, und vielleicht gibt’s sogar Weihnachtsgeld. Noch einmal: steuerfrei und auch keine Krankenkasse. Diese Bonzen verteilen ja monatlich Milliarden, da kommt es auf die paar Netsch nicht an.

Wie wäre es mit einer parlamentarischen Anfrage an den Herrn Neu-Finanzminister? Entweder sagt er es oder er sagt es nicht – beides wäre schlecht für ihn. Vielleicht findet sich jemand, der das fragt. Die Frau Fekter braucht man nicht zu fragen, die wird sich schwer hüten, was auszuplaudern. Die hat ja ihr Geld schon eingesteckt. Auch steuerfrei.