Waffenrecht International

Ein Herr Grundböck fürchtet sich

Ein Herr Grundböck fürchtet sich

 

Kein sehr mutiger Mann. Aber wenn man ein hoher Polizist im Solde des Innenministeriums ist, muß man ja nicht unbedingt tapfer sein. Das wäre sogar recht hinderlich, wenn man Aussagen über Waffen, Waffenrecht oder gar Selbstverteidigung machen muß. Mannhafter Mut könnte sogar schädlich für die künftige Karriere sein, denn das widerspräche ja der von ganz oben verordneten Sicherheitspolitik des Versteckens, des Sich-Fürchtens, des Flüchtens und des Einnickens vor dem allgegenwärtigen Verbrechen.

Es geht um die Waffe aus dem 3-D-Drucker, ein gar erschröckliches Ding, das künftige Werkzeug aller Terroristen und Mörder weltweit.

Angesichts dieser ungeheuren Verantwortung, die zentnerschwer auf den schwachen Schultern unsrer Sicherheitsexperten lastet, hat das Innenministerium einen solchen Drucker angekauft und einen Test gemacht. 900 € hat das Ding gekostet, das Material und die Software nicht mitgerechnet. Und siehe: schon nach 30 Stunden war die Plastikpistole fertig und schußbereit. Hat sogar geschossen, das hat der Sachverständige festgestellt. Nach einem Schuß war zwar der Lauf hinüber und mußte ausgetauscht werden. Aber das Urteil lautete: „potentiell tödlich!“ Wahnsinn!

Also fürchtet sich der Herr Grundböck vom BMI gebührlich und der „Kurier“ teilt sein Entsetzen. Da ist guter Rat teuer. Die Deutschen wissen natürlich schon etwas: der Drucker muß einfach registriert werden. Genial! Dann natürlich ist alles in Ordnung und die Welt ist vor einer ungeheuerlichen Gefahr bewahrt.

Jetzt verrate ich dem BMI ein Geheimnis: eine illegale Pistole, die man überall ganz leicht und in weniger als 30 Stunden bekommt, kostet etwa 200 € und Munition ist da schon dabei. Das Ding schießt auch öfter und ist nicht gleich nach dem ersten Schuß kaputt. Ob der Herr Grundböck das weiß?