Waffenrecht International

Novembergedenken und Novembergedanken

Novembergedenken und Novembergedanken

 

Der November ist ein trauriger Monat. Die Tage werden kürzer, die Temperatur fällt, statt Sonne gibt es Nebel, die Blätter fallen und sterben. Und die alten Politiker rüsten sich zu neuen Taten. Wer sich da nicht umbringt, dem ist zu gratulieren.

Natürlich fehlt es nicht an Gedenktagen. Allerheiligen, Allerseelen, Tage, an denen wir unserer Toten gedenken. Aber auch die politischen Geschehnisse sollen mahnen und uns nachdenklich machen.

Im November 1938 begann die intensive Verfolgung der Juden. Das kam zwar nicht aus heiterem Himmel sondern wurde sorgsam vorbereitet. Die Zeichen an der Wand hätte man erkennen können und die Gescheiten haben das auch erkannt.

Aber in diesem November trat die Brutalität offen zu Tage. Die sogenannte „Reichskristallnacht“ zeigte ganz deutlich, wohin die Reise gehen sollte: In die Vernichtungslager.

Und am 12. 11. 1938 kam das Reichsgesetzblatt Nr. 1573 heraus. Es enthielt die Verordnung gegen den Waffenbesitz der Juden. Die Verordnung war ganz kurz. Nur 6 Paragraphe.

 

§ 1 Juden ist der Erwerb, der Besitz und das Führen von Schußwaffen und Munition sowie von Hieb-und Stoßwaffen verboten. Sie haben die in ihrem Besitz befindlichen Waffen und Munition unverzüglich der Ortspolizeibehörde abzuliefern.

§ 2 Waffen und Munition, die sich im Besitz eines Juden befinden, sind dem Reich entschädigungslos verfallen.

 

Dann folgen Straf- und Ausführungsbestimmungen.

Die Juden wurden entwaffnet und das Morden konnte beginnen. Es ist klaglos und ohne Widerstand vonstatten gegangen. Wo die Juden Waffen hatten oder sie sich beschaffen konnten, so z.B. in Warschau, ging es nicht ganz so leicht.

Im November denke ich daran. Ich denke auch an die EU, an die Frau Malmström und an unsere Sicherheitspolitiker. Der November ist wirklich ein ganz trauriger Monat.

 

P.S.: Eine Entschuldigung an die Kundigen. In meinem Word-Programm gibt es kein langes „S“. Aber wer es nicht weiß: Hitler mochte die Fraktur nicht und hat ihre Verwendung abschaffen wollen. Das betreffende Reichsgesetzblatt ist allerdings noch in Fraktur gedruckt.