Waffenrecht

Meine kurze Geschichte als österreichischer Waffenbesitzer

 

Meine kurze Geschichte als österreichischer Waffenbesitzer
 
Das ist gleichzeitig auch die Geschichte des österreichischen Waffenrechts nach dem Krieg. Lehrreich finde ich. Es ist eine Geschichte steigender Reglementierung, immer strengerer Gesetze und immer größerer Bevormundung.
Als ich großjährig geworden bin (damals 21) gab es noch das deutsche Reichswaffengesetz. Nur Faustfeuerwaffen waren geregelt, nur deren Erwerb war genehmigungspflichtig, der Besitz dieser Waffen und der Munition dazu war frei. Für das Führen brauchte man einen Waffenpaß.
Waffenpaß hatte ich damals keinen, wohl aber Faustfeuerwaffen und auch Jagdwaffen, die waren überhaupt frei und nicht geregelt. Also alles ganz legal.
Dann kam das österreichische Waffengesetz 1967. Für den Erwerb und den Besitz von FFW gab es eine Waffenbesitzkarte, die ich natürlich sofort gelöst habe. Meine FFW wurden darauf eingetragen. Auch einen Waffenpaß (für drei Stück, kurios) habe ich mir gleich geholt, war ganz einfach damals. Jagdkarte und Ausgehschein haben genügt, manche Berufsgruppen (Juristen, Ärzte, Apotheker, Geschäftsleute und ähnliche) haben ohne weiteres einen Waffenpaß bekommen.
Dann kam die erste Verschärfung. 1971 hat man die FFW, die bisher nur dann genehmigungspflichtig waren, wenn sie kürzer als 30 cm gewesen sind, auf 60 cm erweitert. Also alles unter 60 cm war eine FFW. Ich hatte damals einen KK-Revolver, der unter diese Regelung fiel, den habe ich hergegeben. Ich hatte ja genug anderes und die Erweiterung war überhaupt kein Problem.
Und wieder: 1979 hat man die Vorderlader-Revolver unter die normalen FFW eingereiht und genehmigungspflichtig gemacht. Natürlich hatte ich auch so einen und ich habe auf diesen Revolver ebenfalls verzichtet und ihn verkauft. Mir war das Hantieren mit dem Schwarzpulver ohnehin zu umständlich.
Im Jahr 1986 hat man dann die kurzen Flinten verboten. Interessierte mich nicht, ich hatte keine solche.
1994 kam dann das Pumpgun-Verbot. Darüber ist schon viel geschrieben worden. Der größte Fehlschlag in der Geschichte des Waffenrechtes bisher. Brav habe ich meine Pumpgun registrieren lassen; sie ist aber schon weg; im Zuge der gegen mich gerichteten Kampagne habe ich sie abgegeben. Ich tue mir das nicht mehr an, außerdem darf ich sie ohnehin nicht vererben.
Dann die Novelle 1996. Das EU-Gesetz. Hier endet mein Bericht, denn darüber habe auch ich schon eine Menge geschrieben. Alles genehmigt, was zu genehmigen war, alles gemeldet, was zu melden war, wie es sich gehört.
Jetzt warte ich halt auf das neue Gesetz, ist ja schon fertig, aber noch nicht in Kraft. Ich werde wieder alles registrieren, was zu registrieren ist. Ich bin ja auch ein Vorbild. Was uns die EU noch bescheren wird, weiß ich zwar, schreibe aber hier nichts darüber, sonst bin ich wieder ein Prophet, dessen Voraussagen zwar grauslich sind, seltsamerweise aber alle zutreffen.
 
Ergänzung: Je strenger unser Waffengesetz geworden ist, desto höher wurde die Kriminalität. Besonders stark hat sich die Erhöhung seit der Öffnung der Grenzen ausgewirkt. Und die Verschärfung des Waffengesetzes hat dazu das ihrige beigetragen.