Aktuelles

Der qualvolle Weg zum Schlachthof

So titelt die "Krone", die heute draufgekommen ist, daß man Schlachtvieh, wie es die EU befahl, zum Schlachthof bringen muß, statt es zu Hause am Bauernhof gemütlich abzustechen. Das dauert und ist nicht immer gut. Aber ist halt so in der EU.

Nur lustig, daß die "Krone" mit einem seltsamen Humorverständnis genau darunter die "Ball Hingucker" zeigt, so daß man meinen kann, dieselben Hinguckerinnen würden zum Schlachthof ausgeführt statt auf den Opernball.

Es genügt, sich die Titelseite der heutigen "Krone" anzusehen. Aber vielleicht machen die das mit Absicht.

Neuester Beitrag

Was man lesen sollte

 

Lesen kommt ab. Der „Krone“ kann man nicht die Schuld geben. Die gibt es ja schon seit dem Jahr 1900, auch wenn die Zeitung selber fälschlich behauptet, es wären erst 60 Jahre, also seit Dichand dem Älteren. Es ist also immer schon gelesen worden und es ist immer mehr gelesen worden. Die Deutschen – und die Österreicher auch waren ein Volk der Dichter und Denker und daher auch der Leser. Trotz „Krone“.

Weiterlesen ...

Suche

Newsletter

 

Um sich für den Newsletter anzumelden, schicken Sie bitte ein Mail mit dem Betreff „Anmelden“ an news@querschuesse.at.

 

Wer ist online?

Aktuell sind 134 Gäste und keine Mitglieder online

Waffenrecht

Dornröschenschlaf

 

Dornröschenschlaf
 
Ein erbauliches und lehrreiches Märchen, handelnd von einem König, einer Prinzessin, diversen Feen (guten und bösen) klugen Fachberatern und einem Spindel-Totalverbot, was letztlich nichts genützt hat.
 
Der Märchenkönig bekommt eine kleine Prinzessin. Ein großes Fest muß natürlich sein und alles, was Rang und Namen hat, wird eingeladen. Leider passiert den Zeremonienmeistern ein faux pas. Auf eine wichtige Fee wird einfach vergessen und die Fee wird böse. Böse Feen verfluchen gerne und so ist es auch hier: Die Prinzessin werde, wenn sie achtzehn Jahre alt wird, sich mit einer Spindel stechen und sterben, so der Fluch.
Aufregung am Königshof. Den guten Feen – nämlich die, die eingeladen waren – gelingt es, den Todesfluch in einen hundertjährigen Schlaf umzuwandeln. Immer noch schlimm genug.
Was tun? Der König fragt seine Fachberater. Das macht er immer, wenn etwas schiefgeht. Die sind nicht nur vom Fach sondern auch recht schlau und haben eine Idee: Wenn es keine Spindeln gibt, kann sich die Prinzessin auch nicht mit einer solchen stechen – der Fluch wäre vereitelt.
Dem König gefällt das. Ein Gesetz muß her. Er verbietet im ganzen Land die Spindeln. Abliefern und vernichten die gefährlichen Dinger. Die blühende Textilindustrie im Königreich wird zwar zugrunde gerichtet, aber was soll’s: Das Leben der Prinzessin ist das wert.
Wer das Märchen kennt, weiß wie es ausgegangen ist. Am achtzehnten Geburtstag stöbert die Prinzessin im Schoß herum und findet in einem Turmzimmer eine vergessene Spindel. Niemand hat ihr gezeigt, wie man damit umgehen soll und prompt sticht sie sich. Hundert Jahre muß sie warten, bis der Prinz sie wachküßt. Gott sei Dank ist sie frisch geblieben.
Märchen sind lehrreich. Sie sind ja dafür gemacht, um die Heranwachsenden in einer verständlichen Form über wesentliche Dinge des Lebens zu informieren. Unseren Sicherheitspolitikern hat niemand so ein Märchen erzählt. Darum sind sie dumm und ungebildet geblieben.
Und wenn sie nicht gestorben sind, bleiben sie es immer noch.
 
Von Spindeln
Kaum einer (eine schon gar nicht) weiß mehr was eine Spindel ist. Man benützt sie um aus Wolle Fäden zu spinnen, indem man das Garn verdreht. Sie hat eine Spitze mit der man sich stechen kann, wenn man recht patschert ist. Prinzessinnen sind meistens recht patschert.

Fachbeamte und Fachberater sind meistens Trottel. Fachtrottel halt. Der König ist auch einer, weil er sich auf sie verläßt. Wäre es nicht gescheiter gewesen, man hätte die Prinzessin unterrichtet, wie man mit einer Spindel sicher umgeht? Der Fluch der bösen Fee ist vor allem deshalb so wirksam, weil er die Leute dumm macht. Inklusive Fachbeamte.

Kommentare   

+4 #6 Guest 2012-10-28 13:44
Als ich 18 war, habe ich im Einzelhandel gearbeitet. Hatte mal eine Pistole am Kopf, die sah sehr "abgenützt" aus wahrscheinlich eine Illegale. Verbote sind nichts wert, wenn es um Sicherheit geht. Im Gegenteil, hätte ich damals eine Haben dürfen wäre der Fall ziemlich sicher aufgeklärt worden, so ist es schon gut über 10 Jahre her und der Fall ist immer noch nicht aufgeklärt. Aber ich bin zu meinem Trost nicht das einzige Opfer unserer Sicherheitsexperten. Bitte ein Wochenende in Wien:
http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,813810
+4 #5 Guest 2012-10-28 12:47
Märchenstunde. Man könnte auch ein neues Märchen publizieren, das in unsere Zeit besser passt, als die Grimm'schen. Also, ein modernes Märchen: Im alten Wien gab es einmal einen Bürgermeister, der konnte sich alles leisten und alles erlauben. Die Winzer um seine Stadt fanden ihn außerordentlich weinkundig und charmant. Eines Tages begegnete diesem Bürgermeister eine griechische Zigeunerin. Sie bot ihm an, seine Zukunft vorherzusagen. Er willigte ein und fragte nach dem Lohn, den er ihr für die Vorhersage zahlen müsse. Die Zigeunerin verlangte nicht viel. Sie sprach: Wenn ich Dir vorhersage, dass Du von Deinen Untertanen nicht mehr die absolute Stimmenmehrheit in Deiner Stadt bekommst, mußt Du mich als Deine Partnerin und Vizekanzlerin auf unbestimmte Zeit in die Stadtregierung holen. Der Bürgermeister war einverstanden. Die Zigeunerin sagte ihm voraus, dass er bei der Wahl nicht mehr die absolute Mehrheit erhalten würde. Und so geschah es. Die Zigeunerin zog in die Stadtregierung als Bürgermeister-Stellvertreterin ein und flugs schikanierte sie die Bevölkerung dieser Stadt. Und solange der Bürgermeister für sich keine absolute Mehrheit erlangt, wird es in alle Ewigkeit so bleiben. Oder, wer weiss eine andere Lösung?
+10 #4 Guest 2012-10-27 14:47
Märchenstunde haben wir praktisch täglich, wenn wir uns das Geplapper von Politikern anhören. Nur ist es weder unterhaltsam noch lehrreich, im Grunde eigentlich gelebter Masochismus. Die Pauschalisierung von Politikern halte ich übrigens für angebracht, denn nur wenige Ausnahmen bestätigen die Regel.
+15 #3 Guest 2012-10-26 18:52
Auch die Erziehung war früher besser und noch nicht in der Hand der Gender-Tussis.
+13 #2 Guest 2012-10-26 16:53
Wie man sieht,waren die früheren Märchenerzähler schlauer als heutige Fachberater...
Und die heutigen Fach(?)berater sind allesamt gestochen,aber nicht von einer Spindel :angry:
+19 #1 Guest 2012-10-26 15:42
Gut geschrieben.
Ich habe da auch etwas, jeder kennt die Geschichte vom geküssten Frosch der ein schöner Prinz hätte werden sollen.
Viele Wähler haben den GRÜNEN Frosch geküsst, aber leider ist es kein stattlicher Prinz geworden sondern eine (böse)Hexe.
Vielleicht lernen dadurch auch einge etwas.

Um zu kommentieren, bitte anmelden.