Ausländer

„A Zigeina mecht i sein!“

„A Zigeina mecht i sein!“

 

Das dürfte der Andre Heller heute auch nicht mehr singen. Nicht deswegen, weil er etwas sein möchte, was er nicht ist, sondern weil er ja damit das „Z“-Wort verwenden würde, was nicht mehr korrekt und somit auch nicht mehr erlaubt sein soll.

Zigeuner geht also nicht. Jedenfalls wenn es nach unseren guten Mitmenschen ginge, weil ja – so die Diktion des hehren Presserats – das Wort „Zigeuner“ fremdbestimmt und daher diskriminierend wäre.

Das ist freilich ein aufgelegter Blödsinn. Die Zigeuner sagen ja selber zu sich „Zigeuner“, zumindest meine Klienten aus dieser Volksgruppe haben das von sich gesagt und nichts dabei gefunden. Sie waren sogar recht stolz darauf.

Es ist traurig, daß heute Menschen über unseren Sprachgebrauch befinden und diesen regeln wollen, die selber viel zu blöd sind, um die einfachsten Zusammenhänge zu verstehen und zu ungebildet um zu wissen was es mit den Zigeunern, den Roma und den Sinti auf sich hat.

Was „Rom“ heißt, das wissen sie nicht. Sie wissen nicht, daß „Rom“ Mensch heißt und wenn sich ein Zigeuner als „Rom“ bezeichnet, er damit sagt, daß er – und nur er – ein Mensch ist und die anderen eben nicht. Die sind nämlich auf zigeunerisch „Gadsche“, also Nicht-Menschen. Der Ausdruck heißt auch „Bauer“ und wird zur Unterscheidung der fahrenden Menschen, der Nomaden zum seßhaften Nicht-Menschen verwendet, wobei das zigeunerische Ethos dahin geht, daß man den Seßhaften alles wegnehmen darf, was der „Fahrende“ braucht und es nicht fest angeschraubt ist.

Wer also „Rom“ und „Roma“ zu den Zigeunern sagt, diskriminiert sich also selbst, stuft sich herab zum „Nicht-Menschen“. Das sollten wir also nicht machen. Auch wenn der Presserat und andere Ignoranten das so fordern.

Ich werde also weiter „Zigeuner“ sagen, aber ein Zigeuner möchte ich nicht werden. Ich glaube auch, daß die wirklichen Zigeuner das auch gar nicht wollen.

 

P.S.: Die „primitiven“ Völkerschaften sagen alle zu sich selber „Mensch“, die Fremden sind also stets Nicht-Menschen. So die Eskimo (Innuit) und die meisten Indianerstämme. Auch hier wäre es falsch, diese Leute mit dem Namen „Innuit“ zu bezeichnen. Aber gegen die Blödheit unserer Möchtegern-Sprachregler ist kein Kraut gewachsen.

 

PP.S.: Zwei Ausdrücke, die mir leider nicht selber eingefallen sind, die ich aber recht gerne verwende: Das eine sind die „Surensöhne“, herrlich und treffend. Das andere ist „negrophil“. Auch schön doppeldeutig und in seiner Doppeldeutigkeit recht erhellend.