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Gastbeiträge

Bücherverbrennung

Bücherverbrennung

 

„Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“. Ein aufrüttelndes Zitat von Heinrich Heine, das heute mahnend an die geistesfeindliche und menschenverachtende Bücherverbrennung in Berlin anno 1933 erinnern soll.

Doch wer glaubt, die Glut sei längst erloschen,  irrt. Gerade in unserer von  „Toleranz“ angeheuchelten Epoche wird der Brand stets neu entfacht und erinnert unter anderen Vorzeichen erschreckend an jene Jahre, in der nicht nur literarische Scheiterhaufen loderten. Fast täglich sind  „moralisch erhabene“ Zündler mit brennender Lunte unterwegs, um mißliebige – weil kritisch-konträre –  Meinungen ihrer demokratischen Freiheit zu berauben. Hätten die Protagonisten des (be)herrschenden „Mainstreams“  die Macht dazu, sie würden – freilich im edlen Sinne der „politcal correcteness“ – gnadenlos alle Kochbücher dem Feuer übergeben, in denen Rezepte für „Zigeunerschnitzel“, „Negerbrot“ oder „Mohr im Hemd“ den ideologisch reinigenden Flammen endlich zum Opfer fallen. Wie weit die Einschüchterung und  Gleichschaltung bereits von den Gehirnen Besitz ergriffen hat, zeigen einige Gastronomen: Sie entfernten unverzüglich den – per definitionem –  artig bekleideten Schwarzafrikaner als Dessert  von der Speisekarte. Ähnlichen Problemen mußte sich auch eine Vorarlberger Brauerei stellen, deren Logo eines wulstlippigen „Mohren“ als „rassistisches Stereotyp“ bewertet wurde –  sofort erwog man, das Markenzeichen „zeitgemäß“ zu adaptieren. Heraldisch betrachtet ein „redendes Wappen“, da der Name des Gründers leider höchst unsensibel  „Mohr“  lautete. Einerlei, längst sind Kinderbücher wie Ottfried Preußlers „Kleine Hexe“ glatt gebügelt  , Pippi Langstrumpfs Vater   einst  „Negerkönig“    nun zum „Vizekönig“ degradiert und die „Zehn kleinen Negerlein“ vollzogen eine retrograde Evolution zu putzigen – Äffchen.  Ein übler Rassist, wer dabei an „Schwarz-Aff-rikanerlein“ denkt. Die hysterische Vermeidung vermeintlich „diskriminierender“ Definitionen ist aber kein Phänomen deutschsprachiger „Sozietäten“: In Großbritannien färbte man sogar das real blökende „Black Sheep“  in „coloured“ oder noch bunter zu „Rainbow Sheep“ um. Ein probates Mittel, um ethnische Konflikte auf der Insel zu deeskalieren, wie man weiß.    

Zwangsprostituierte „Zeitgeschichte“

Eigentlich gilt dies nur für totalitäre Staaten: Geschichtsinterpretationen und Denkmuster werden unter enormen Druck in ideologisch anschmiegsame Formen gepreßt und als vorgefertigtes Wahrheitskonstrukt installiert. Die Nazis durchwühlten manisch den Boden nach blondblauäugigen Germanenfragmenten und der antisemitisch veranlagte Georgier Pepi Stalin ließ den andersdenkenden Juden Trotzki  aus allen offiziellen Fotos  entfernen. Ein gefällig  gesäubertes Bild eben – zumal er ohnehin in Mexiko mit einer Spitzhacke liquidiert wurde. Ausgelöscht wird, was der aktuellen Doktrin widerspricht. Bei Nazis und Kommunisten konnte jeder intelligente Mensch erahnen, welch schreckliche Sanktionen drohen, „hinterfragt“ man die offizielle Parteilinie. Heute aber schleichen faschistische Tendenzen trügerisch schnurrend, katzengleich auf Samtpfoten daher. Doch blitzschnell werden die scharfen Krallen ausgefahren, verletzt man den verordneten Dogmencanon oder verwendet gar verbotene Diktion. Diskussionen sind zwar erwünscht – allerdings nur unter Gleichgesinnten. Die mutigen HeldInnen der Wachsamkeit sind meist selbsternannte  SittenwächterInnen,  gesponserte  GenderleugnerInnen und wütende „Watchgroup- TalibanInnen“, die sich zum Kampf gegen einen dicken Katalog erlesener Feinde rüsten: Intoleranz, Diskriminierung, Homophobie,  Fremdenhaß, Rassismus, Sexismus und Faschismus – von der „falschen“ Seite.  Und siehe: die ErbInnen der Blockwarte, Gestapo-Schergen und Stasi-Spitzel begehen die gleichen Fehler, wie ihre VorläuferInnen. Wissentlich und gewissenlos prügeln sie Zeitgeschehen und -geschichte in die Zwangsprostitution, um in der Gewalt politisch korrekter Zuhälter niedere Gesinnungstriebtäter zu befriedigen. Wir befinden uns in einem monopolistischen Gehirnwasch-Salon ohne Schonprogramm, aber ideologisch  weichgespült. Global strahlend saubere Meinungs-Hygiene ist jetzt  garantiert! Begünstigt freilich durch grassierende Pandemie  cerebraler Insuffizienz. Eine Frage sei  erlaubt: Wer heute ohne Furcht vor Repressionen zum  gutmenschlichen „Kuschelmonster“ mutiert, hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit auch unter Nazis und Kommunisten brav gedient – zumindest als gut dotierter Denunziant. Etwa im Propagandaministerium,  der Kommandozentrale jeder autokratischen Lügenmaschinerie. Oder bei der Gedankenpolizei, die nur jene grauen Zellen verschont, die der Obrigkeit genehm sind. Hoffen wir also, weder das eine noch das andere Regime je wieder zu erleben. Noch haben wir die Wahl(en). Man sollte daher dieses kostbar demokratische Ritual genüßlich und mit Bedacht zelebrieren. Denn dort, wo man das hohe Lied der „Toleranz“ anstimmt, ertönt auch der „Gefangen-Chor“. Gesungen von ehemals „legalen“ Waffenbesitzern. 

 

Rüdiger MARTIN

Kommentare   

+16 #7 Markus Retter 2014-05-22 09:21
...einfach nur großartig auf den Punkt gebracht!
+27 #6 Walter Murschitsch 2014-05-21 19:26
[quote name="Jokl"]Darum das alte 68er Motto aufleben lassen: "Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!"
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Hallo Jokl!

Sehr gut dargebracht!
Ich hab auch was, Kopfhörer
aufsetzen, und zuhören!

http://unzensuriert.at/content/0015448-Neuer-Strache-Rap-mit-Figl-treibt-Schwarze-zur-Wei-glut

MFG. und,

VIRIBUS UNITIS !
+22 #5 Loki 2014-05-21 18:29
Darum das alte 68er Motto aufleben lassen: "Wer sich nicht wehrt, der lebt verkehrt!"
(Tschuldigung, aber das haben uns unsere Lehrer in der Schule - 70er Jahre - beigebracht. Und auch, daß man alles kritisch hinterfragen soll und nicht von vorneherein irgendeine Propaganda übernehmen).
Gute alte 68er Tradition, die mir meine bayrischen Lehrer damals am Gymnasium beigebracht haben. Allesamt SPD Parteigänger. Tja, ich war scheinbar ein gelehriger Schüler.
Ich wähle seit Jahren nur noch FPÖ :lol:
+21 #4 Georg Zakrajsek 2014-05-21 17:17
Der Rüdiger Martin ist einfach gut. Drum schreibt er ja bei mir und in den IWÖ-Nachrichten und nicht mehr im St. Hubertus.
+20 #3 Tecumseh 2014-05-21 16:40
Ebenfalls - Super Beitrag!
Da habe ich nichts hinzuzufügen, das kann ich nur bestätigen! Und zwar jedes einzelne Wort dieses Beitrages! Da wurde einfach alles gesagt!
Es ist nur zu hoffen, daß das endlich auch in die Gehirne der schlafenden Mehrheit dringt, die ihre Bequemlichkeit über Bord werfen, das Schnitzel und das Bier stehen lassen und zu den Urnen gehen!
Es ist höchste Zeit!
+24 #2 Gustav 2014-05-21 16:31
Super Gastbeitrag!

Es ist den Menschen schon zu viel des Guten. Leider wird dieser Umstand zu wenig mit unseren Politikern in Verbindung gebracht. Gerade bei einer Wahl kann man sich bedanken. Über ungültige Stimmen oder Nichtwähler freut sich SPÖVP besonders. Über jede Stimme mehr bei der FPÖ ärgern sie sich maßlos. Alleine diese Tatsache macht heute schon sehr viele zu FPÖ-Wähler. Da könnte Strache sogar in Frauenkleidern singen, solange es der SPÖVP weht tut, reicht mir das vorerst.
+25 #1 Michael Heise 2014-05-21 14:28
Putin hilf uns! Unsere Kinder sollen endlich von diesen Blockflötengesichtern mit ihren „fluideren, beweglichen Formen von Geschlechtlichkeit“ + angesagter wirrer Gutmenschenparanoia befreit werden!

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