Kultur

Von Spitznamen und anderen Eitelkeiten

Von Spitznamen und anderen Eitelkeiten

 

Unserem verehrten Herrn Vizekanzler Mitterlehner wurde in seiner Jugend der Spitzname „Django“ zugeteilt und er trägt ihn heute noch mit rechtem Stolz vor sich her. Inzwischen hat das auch die Presse verinnerlicht und in den letzten „Krone“ hat sich sogar der Haus-Karikaturist dazu erbarmt, den allerwertesten Herrn Mitterlehner als Django abzuzeichnen.

Soll sein. Ich gönne ihm das. Aber ein Spitzname sollte passen und das tut er nicht. Und so wird die ganze Django-Eitelkeit recht lächerlich.

Beim Django-Mitterlehner fällt mir gleich die Tante Jolesch ein, natürlich die Geschichten, die der Torberg über sie und ihre Zeitgenossen verewigt hat.

Eine davon hat den Otto Soyka, das Cafe Herrenhof und den Alfred Polgar zum Gegenstand und geht so:

Otto Soyka, ein etwas eitler Literat betrat eines Tages das Cafe Herrenhof als Herrenreiter kostümiert, mit Reithose, Schaftstiefeln, Gerte und Sporen ausgestattet. Polgar erblickte ihn in diesem Aufzug mit Erstaunen und meinte:

„Ich habe ja auch kein Pferd, aber so kein Pferd wie der Soyka habe ich bestimmt nicht!“

Ich bin nicht der Django, aber so kein Django wie der Mitterlehner bin ich bestimmt nicht. Nach meiner Einschätzung fehlt dem Mann doch alles, was einen Mann zum Django machen würde:

·        Pferd hat er keines, er ist wahrscheinlich noch nicht einmal auf einem gesessen.

·        Ein Cowboy ist er daher schon gar nicht.

·        Auch ein tapferer Streiter für Recht und Ordnung - Fehlanzeige

·        Und der bloße Anblick eines Colts würde bei ihm wahrscheinlich blitzartig das Phänomen des sogenannten Beistrichs in der Unterhose erzeugen, vom Angreifen einer solchen Waffe gar nicht zu reden.

Aber so ist halt die heutige ÖVP, außer einem Spitznamen, der aber nicht stimmt, nichts dahinter.