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Mein erstes Gewehr

Mein erstes Gewehr

 

Viele meiner Generation haben schon in jungen Jahren ihr erstes Gewehr bekommen. Ich habe schon in der Volksschule mein Luftgewehr gekriegt (war ein Weihnachtsgeschenk) und dann mit 10 ein Kleinkaliber. Damit haben wir in den Gärten geschossen. Passiert ist natürlich nie etwas. Wir waren ja instruiert und hätten wir damit fahrlässig herumhantiert, wäre das Gewehr eingezogen worden, nonverbale Ermahnungen inklusive.

Gefunden haben wir natürlich auch einiges, was aus dem Krieg übrig geblieben ist; davon will ich aber heute nicht sprechen. Aber auch hier: Nichts ist geschehen und wir haben weder Lehrer noch Mitschüler damit umgebracht.

Aber heute regiert die Panik, wenn einmal ein Kind mit einer Schußwaffe zu sehen ist. So zum Beispiel in der „Krone“, Die Leute dort sind ja besonders verblödet, was dieses Thema angeht.

Am 30 August berichtet man aufgeregt über eine Produktserie, die eine US-Waffenfirma herausbringt. „My first gun“ – mein erstes Gewehr also: für Kinder. Pink für die Mäderln und blau für die Buben, wie es sich gehört. Die Kinder präsentieren das stolz und werden dafür von der Zeitung als „kleine Waffennarren“ und „Flintenmädchen“ bezeichnet. Und natürlich darf auch der Hinweis auf einen Unfall auf einem US-Schießplatz nicht fehlen.

Während ich das schreibe, haben im Irak und in Syrien die frommen Gotteskrieger hunderte Menschen brutal ermordet und ihnen die Köpfe abgeschnitten. Unter den Mördern sind auch Kinder.

„My first gun“ ist dort eine Kalaschnikow und man erschießt damit Christen, Jesiden, Schiiten und andere Ungläubige.

Juden nicht, weil die schießen zurück. Gott sei Dank schießen auch welche zurück. Das wäre eine probate Lösung. Vielleicht spricht sich das auch einmal bis zu uns herum.