Sicherheit

ORF-Nachlese

ORF-Nachlese

 

Der „Schauplatz“ ist vorbei, Manöverkritik ist geübt, manche haben sich gründlich ausgeschleimt, diejenigen, die sich mutig vor die Kamera gestellt haben, kritisiert und wie man bei uns sagt: „ausgerichtet“. Ist so und damit muß man leben in unserer heutigen Zeit.

Wer selber zu feig ist, sich in der Öffentlichkeit hinzustellen und seine Meinung zu vertreten, tut es sich leicht im Schutz der Anonymität gewisser Foren. Seltsamerweise waren das aber gar nicht die deklarierten Waffenfeinde, sondern solche, die selber Waffen haben, den Schießsport oder die Jagd ausüben. Zumindest so tun, als würden sie es tun.

All das erklärt auch, warum wir hier in Europa – vor allem in Deutschland und in Österreich – eine rechtliche und gesellschaftliche Situation haben, die absolut Jäger- und waffenfeindlich ist. Eben, weil sich die Betroffenen nicht wehren, sich nicht solidarisch zeigen und untereinander uneins, neidig und feindselig sind. So hat die Politik leichtes Spiel. Das Sprichwort: „Divide et impera“ bewährt sich seit der Antike und niemand ist bereit, daraus etwas zu lernen.

Sehr seltsam war der Auftritt der Obrigkeit in diesem „Schauplatz“.

Da gab es eine Referentin der Waffenbehörde, der bei den Waffenpässen gleich die Adeligen einfallen, die es zwar seit 1918 gar nicht mehr gibt, die aber anscheinend am Deutschmeisterplatz noch immer gehäuft auftreten.

Da gab es eine Psychologin, die von einem „Gutachtertourismus“ faselt, den es natürlich gibt, der aber vom KfV zur Steigerung der Einnahmen erfunden wurde und die anscheinend meint, man könne durch Tips und Kurse die doch so unfehlbaren Psychologen austricksen.

Da gab es den Besuch in einem polizeilichen Schießstand, der sich als Schreckenskabinett der „ausgelösten Schüsse“ entpuppte und wo nach einem Training von 170 Stunden der Schüler – wie man sieht – noch immer nicht sicher mit der Waffe umgehen kann. Außerdem konnte man lernen, daß die Glock einen Druckpunkt hat, was ich bisher noch immer nicht gewußt habe.

Und schließlich wissen wir jetzt auch, daß der Einbrecher (natürlich immer bewaffnet) geradezu gezwungen sei, zu schießen, wenn das Opfer sich mit einer Waffe verteidigt, daß mehr geschossen wird, wenn mehr Waffen vorhanden sind und auch der Hinweis auf „amerikanische Verhältnisse“ durfte nicht fehlen. Stimmt natürlich alles nicht, aber wir haben es jetzt amtlich.

Die Behörde und die Sicherheitspolitiker sind nicht auf der Seite der Opfer. Sie sind auf der Seite der Täter. Und die illegalen Waffen machen ihnen überhaupt keine Sorgen. Sie haben nämlich mit den legalen Waffen mehr als genug zu tun. Das reicht ihnen vollkommen.

Der Auftritt der Staatsmacht am „Schauplatz“ hat uns das recht deutlich vor Augen geführt.

Nochmals besten Dank all jenen, die sich getraut haben, beim ORF aufzutreten. Es hat gar nicht weh getan – könnte man sagen.