Waffenrecht Österreich

Nachruf auf einen guten Menschen

Nachruf auf einen guten Menschen

 

Karlheinz Böhm ist gestorben und er war ein guter Mensch. Nachrufe wird es jetzt genug geben und man wird auch endlich wieder die alten Sissi-Filme spielen, die den Ruhm dieses guten Menschen begründet haben.

Irgendwann hat der Karlheinz Böhm beschlossen, seine Karriere als Schauspieler zu beenden und eine Karriere als guter Mensch zu beginnen. Die zweite ist ihm noch besser gelungen als die erste.

Meine Erinnerungen an ihn sind anders, nicht ganz so gut.

Die Facetten der Wohltätigkeitsindustrie, die er mit bewundernswerter Energie betrieben hat, sind vielfältig. Darüber möchte ich nicht berichten, obwohl ich viel davon weiß. Gehört nicht in einen Nachruf, bei dem der Tod vor Kritik schützt.

Aber eines muß ich hier doch anführen, weil es die ganze, offensiv gespielte Menschlichkeit in Frage stellt:

Karlheinz Böhm hat sich bedenkenlos bei der rot-grünen Waffen-Weg-Initiative einspannen lassen und sie unterstützt. Gerade bei einem Menschen, der die Probleme Afrikas aus erster Hand kennen sollte, verwunderlich. Hier ist die Einsicht, die Intelligenz, die eigene Erfahrung einer antidemokratischen politischen Agenda geopfert worden.

Unvergessen ist mir eine Episode aus den späten Neuzigerjahren geblieben, als in einer der zahlreichen Waffen-Weg-Sendungen des ORF auf einmal ein Anruf des Menschenfreundes durchgestellt wurde, der angeblich direkt aus Afrika gekommen ist, wo man die ORF-Sendung verfolgt hätte. Und in diesem Telefonat hat Böhm eine intensive Suada für ein totales Waffenverbot in Österreich losgelassen. Das war von einer unüberbietbaren Peinlichkeit und offensichtlich geschwindelt.

Seither habe ich die Menschen, die angeblich für Menschen sein sollen, mit ganz anderen Augen gesehen.

Karlheinz Böhm ist jetzt gestorben. Und es soll damit genug sein. Nachrufe werde ich mir ersparen, aber die alten Filme will ich mir ansehen. Ein Kaiser Franz Josef ganz ohne Bart. Ich verstehe das als frühen Protest gegen die Conchita. Immerhin.