Waffenrecht Österreich

Der Preis, den Laokoon zahlen muß

Der Preis, den Laokoon zahlen muß

 

Die Wahrheit zu sagen, ist gefährlich. Das Richtige zu prophezeien ist noch schlimmer. Was dem Laokoon passiert ist, wissen die Kundigen. Er hat die Heimtücke der Griechen vor Troja erkannt und davor gewarnt. Athene – mit den Griechen im Bandel – hat zwei riesige Schlangen geschickt, die den Warner samt seiner beiden Söhne erwürgt haben. So weit die Ilias.

Manchmal ist das Prophezeien leicht. Wer unsere Politiker kennt, weiß immer schon, was kommen wird. Leider habe ich mit meinen Warnungen, mit meinen Prophezeiungen bisher immer recht gehabt. Bei mir ist es aber keine Schlange sondern der Godzilla, der kommt. Und der ist also jetzt da.

Am 1. Juli ist alles registriert, was registriert werden sollte. Die A- und die B-Waffen ohnehin und die C-Waffen jetzt auch. Die alten D-Waffen mußten nicht registriert werden, Naivlinge haben das dennoch getan. Selber schuld. Manche Waffenbesitzer sind einfach so blöd.

Was wird also geschehen? Nicht schwer zu erraten, den manches zeichnet sich schon ab und wirft seine grauslichen Schatten voraus.

Erstens:

Die Verwahrungskontrolle wird auf die C- und D-Waffen ausgedehnt. Ein Versuchsprogramm läuft bereits, die Liste der schon registrierten Waffen wird den kontrollierenden Beamten mitgegeben und die kontrollieren halt. Wer es sich gefallen läßt und mitmacht, hat es akzeptiert und eine entsprechende Verordnung wird nicht lange auf sich warten lassen. Dann kommen die Jäger und die Sportschützen dran, die bisher keine Kontrollen hatten. Viel Vergnügen!

Zweitens:

Mit diesen Kontrollen bei den Jägern und Sportschützen kann man die ersten Waffen abkassieren. Vor allem die Jäger wissen nicht wirklich, wie man den Vorstellungen der Behörden entsprechend richtig verwahrt. Die werden noch schauen!

Drittens:

Die Kontrollen kosten viel Geld und erfordern einen unglaublichen Aufwand. Und der Staat hat bekanntlich kein Geld. Eine Gebühr für die Verwahrungskontrolle ist schon vorgesehen und wird dann eingeführt, wenn die Kontrollen erst gut funktionieren. Die Deutschen machen das schon.

Viertens:

Die Waffensteuer kommt. War schon einmal von der SPÖ gefordert und ist jetzt ganz leicht umzusetzen, weil ja das ZWR mit dem Finanzministerium per USP direkt verknüpft ist. Nur noch kassieren.

Fünftens:

Die Begründungen bei der Registrierung werden verifiziert. Wer etwa: „Jagd“ angegeben hat und nicht mehr jagt, kann sich darauf gefaßt machen, daß die Waffe konfisziert wird. Natürlich werden auch Falschauskünfte (Erwerbsdatum) kontrolliert und entsprechend bestraft.

Sechstens:

Die Händler, die gratis registriert haben, werden steuerlich hergenommen. Die vorgenommenen Registrierungen werden mit durchschnittlich 15 € pro Waffe eingeschätzt. Wer das in seiner Steuererklärung nicht angibt, hat ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung am Hals: Nicht vergessen: USP!

Siebentens:

Dann kommt die EU: Wenn C- und D-Waffen unter die Genehmigungspflicht fallen (kommt sicher!) dann greift auch die Stückzahlbeschränkung. Warum braucht dann ein Jäger mehr als zwei Gewehre? Österreich wird das mit großer Freude umsetzen.

 

Das waren einmal sieben Punkte. Ganz leicht umzusetzen und durchzuführen. Für manches braucht man nicht einmal ein Gesetz und für den Rest wird schon die EU sorgen.

Ich weiß natürlich schon, wer das für Hirngespinste erklären wird. Aber im Prophezeien bin ich geübt. Und wie gesagt – geirrt habe ich mich noch nie. Ist aber eigentlich schade.