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Der Zusperrer sperrt wieder auf

Und alle freuen sich. Nicht alle, nicht die Arbeitslosen, nicht die zugrunde Gegangenen. Aber alle anderen schon.

Es gibt eine Geschichte: Man sperre seine Frau in den Keller und dann seinen Hund. Und nach jeweils einer Stunde sperre man wieder auf. Was sagt die Frau? Und wie freut sich der Hund!

Wir Österreicher sind wie der Hund. Wir freuen uns, daß der Zusperrer endlich wieder aufsperrt. Und ich bin überzeugt, die Trotteln wählen ihn auch noch dafür. Wau Wau!

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Erst schießen – dann fragen

 

Die Sache ist recht einfach: Wenn mich jemand mit einer Waffe bedroht, dann frage ich nicht. Dann wird geschossen und zwar ohne zu fragen. Aber wir sind ja nicht im Wilden Westen, sondern in Österreich. Da geht es zivilisiert zu. Das ist allerdings manchmal gefährlich und tödlich, ist aber wohl eine andere Geschichte.

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Waffenrecht Österreich

Selbstmord mit einer Softgun

Selbstmord mit einer Softgun

 

So geschehen am 4. Juli in Wiener Neustadt. Ein junger Wiener – diesmal wirklich ein echter, das ist ja heute eher selten – marschiert in eine Tankstelle, zieht eine Pistole und verkündet einen Überfall. Geld bekommt er nicht, die überfallene Angestellte rennt davon. Überfall gescheitert, der Täter haut ab. Die Polizei hinter ihm her, der Täter fährt mit dem Auto seiner Mutter, das heißt, allzu schwer macht er es der Polizei nicht.

Schließlich wird er in Neunkirchen von der Polizei gestellt, aufgehalten. Er steigt aus, zieht seine Waffe und geht auf die Beamten zu. Die schießen, treffen gut und der Täter ist tot.

An der Notwehrsituation besteht kein Zweifel, klassisch geradezu.

Ob man auch für einen toten Täter die Unschuldsvermutung heranziehen muß, weiß ich nicht so recht, mache es aber sicherheitshalber. Also vermute ich die Unschuld.

Bald stellt sich heraus, daß die Waffe des Räubers keine scharfe Waffe war, sondern eine sogenannte „Softgun“, ein Spielzeug also. Was den Mann dazu bewogen hat, damit auf Polizisten loszugehen, ist nicht klar. Wer so etwas macht, ist entweder unzurechnungsfähig oder will ganz einfach sterben. „Suicide by cop“ nennt man das. Kommt vor. Bei uns aber eher selten. Unsere Polizei schießt ja nur, wenn es überhaupt nicht mehr anders geht.

Aber wenn so etwas vorfällt, läßt es sich nicht vermeiden, daß hier sofort beamtete Ratschläger auf den Plan treten und Lösungsvorschläge parat haben.

Nichts gegen den Polizeigewerkschafter Greylinger, der dem „Kurier“ ein Interview dazu gegeben hat, Er ist ja recht kundiger, ausgebildeter und intelligenter Vertreter seiner Beamten. Es soll aber hier in aller Deutlichkeit sein Rezept vorgestellt werden. Und das ist alles andere als gescheit.

Damit so etwas nicht mehr passieren kann, schlägt nämlich Geylinger folgendes vor. Im Originalton jetzt:

„Alles was sich  nicht deutlich durch Bauart und Ausführung klar von einer echten Waffe unterscheidet, gehört verboten.“

Genial, wirklich genial, Herr Gewerkschafter! Daß so gescheite Leute nicht schon längst höhere Weihen, oder gar Professuren erlangt haben, verwundert in einer Republik, wo man das ZWR als Krone der Sicherheit anpreist und Waffenverbote (für private unbescholtene Bürger natürlich nur) als der Weisheit letzten Schluß verkaufen möchte.

Denken wir das durch: Die Softguns sind verboten, der Vorschlag des Herrn Gewerkschaftlers ist umgesetzt worden.

Da steht nun der Bankräuber, umringt von Polizisten. Er will in seiner Verzweiflung zur Softgun greifen. Da durchzuckt es ihn wie glühendes Metall: Das ist ja verboten! Schon schmeißt er seine Waffe weg, ergibt sich und gar nichts ist geschehen. Die Welt ist wieder in Ordnung, der Räuber wird psychologisiert und dann resozialisiert, kehrt zu seiner erleichterten Familie zurück.

Und der Herr Greylinger muß kein Interview geben. Das ist aber vielleicht das beste an der ganzen Geschichte.

 

Nachschrift: Wenn man dann mit dem Softgun-Verbot durch ist, sollten endlich auch die Überfälle auf Tankstellen streng verboten werden und wenn man schon dabei ist, die illegalen Waffen gleich mit.

Kommentare   

+12 #4 Felix Csar 2014-07-08 15:28
Mir wurde mal gesagt. Wenn mir jemand schnelle und einfache Lösungen anbieten sollte, soll ich aufpassen. Denn das ist ein Indiz dafür dass es sich um eine Sekte handeln könnte.

Ich Frage mich gerade was ich mir hier jetzt Denken soll?
+25 #3 Loki 2014-07-08 15:08
Man könnte jetzt mutmassen, daß sich die Polizisten nur deshalb zu schiessen getraut haben, weil der Täter wie ein Inländer ausgeschaut hat.
Bei einem Neger oder "Südländer" hätten sie zweimal gezögert. Dann wäre nämlich sofort eine Lichterkette für das "arme Polizeiopfer" entstanden und Vereine wie ZARA oder amnesty oder irgendwelche Menschenrechtstypen, nicht zu vergessen das "Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes" oder sonst was für Volk, wäre aufmarschiert und hätten das Sommerloch mit Pressemeldungen, Radio und Fernsehsendungen und dergleichen überschwemmt bis zum Erbrechen.
Ach ja, die Strasse auf der die Notwehrsituation passiert ist, wäre sofort mit dem Namen des Verbrechers - pardon - Polizeiopfers benannt worden. Egal und wenn sie früher nur L 6 oder so geheißen hätte.
Glück für die Polizisten, daß es ein ethnischer Österreicher war.
+19 #2 Walter Murschitsch 2014-07-08 14:46
zitiere Gustav:


Irgendwie muß die Geschichte noch etwas ausgepresst werden, wir befinden uns am Rande des gefürchteten Sommerloches.

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Gustav, da fragen Sie am besten den allwissenden Herrn Feurstein vom ORF, der macht bestimmt eine neue Thema Sendung daraus !

Mfg.
+23 #1 Gustav 2014-07-08 14:38
Also Überfälle auf Tankstellen gehören wirklich bald verboten. Am Ende verletzt sich noch jemand.

Verbote gehören auch gleich verboten!

Nicht lustig für die Polizisten. Hoffentlich fordern unsere Medien keine Anklage wegen verbotener Sterbehilfe. Irgendwie muß die Geschichte noch etwas ausgepresst werden, wir befinden uns am Rande des gefürchteten Sommerloches.

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