Waffenrecht Österreich

Staatstragend

Staatstragend

 

Die „Wiener Zeitung“ ist im Besitz der Republik. Man darf daher, was dort geschrieben steht, recht ernst nehmen. Da spricht nämlich nicht die Stimme des Volkes oder die Stimme des Herausgebers und schon gar nicht die Stimme des jeweiligen Schreiberlings sondern die Stimme der Republik.

Umso ernster ist es also zu nehmen, wenn dieses Organ über die Waffenregistrierung schreibt. Die EU hat es angeschafft, die Republik hat es in einem Gesetz beschlossen. Die „Wiener Zeitung“ darf das also nicht kritisieren, sondern muß das gutheißen, was ja auch in dem Artikel, den ich hier anspreche, geschieht.

Also: Registrieren ist gut, bringt Sicherheit und der Bürger hat das widerspruchslos zu machen. Natürlich sucht man sich auch Befürworter und da kommen jetzt die Jäger ins Spiel. Die Argumentation, die uns Herr Dr. Lebersorger da serviert, ist eigenartig: Die Jäger hätten keine Veranlassung ihre Waffen geheim zu halten, schließlich wisse jeder Nachbar, daß man Jäger sei.

Schon richtig, aber zwischen dem Nachbarn und zwischen dem alles überwachenden Staat besteht ein dramatischer Unterschied, der leider nicht verstanden worden ist. Der Nachbar will mich weder schikanieren, kann mich nicht besteuern und darf mir meine Waffen auch nicht wegnehmen. Der Staat kann das alles und er darf das auch, wenn er sich selber dazu Rechte gibt, die er zwar jetzt noch nicht hat, sich aber mit einem Federstrich verschaffen kann.

Ob den Jägern das alles gefallen wird, weiß ich nicht. Ich bin jedenfalls ein Jäger (schon weit über fünfzig Jahre lang) und mir gefällt das nicht.

Weiter in der „Wiener Zeitung“. Die schreibt:

„Ungewiß bleibt, wie viele Waffen . . . in Schreibtischschubladen oder sonst wo gelagert werden.“

Zuerst einmal: meine C-Waffen – die meisten mindestens einen Meter lang – habe ich beim besten Willen in keine meiner Schreibtischschubladen hineingebracht. Aber die „Wiener Zeitung“ weiß noch mehr:

„Aber diese (also die nicht registrierten, in den Schreibtischschubladen gelagerten Waffen) werden mit krimineller Energie geheim gehalten.“

Das heißt also, für das staatliche Presse-Organ besitzt ein Mensch, der vergißt, eine Waffe zu registrieren eine „kriminelle Energie“. Und das, meine lieben Leute, ist eine ungeheure Frechheit. Das zu schreiben steht den Pressehanseln, die von unserem Geld leben, wirklich nicht zu.