Kultur

Es hat sich ausgebissen – ein Nachruf

Es hat sich ausgebissen – ein Nachruf

 

 

Es gab einen Dracula und der ist jetzt gestorben. Christopher Lee war wie kein anderer die Verkörperung des transylvanischen Blutsaugers. Er geisterte durch unsere Kinos und hat uns auch im Fernsehen wohlige Schauer über den Rücken gejagt.

Viel schauspielen mußte er ja in dieser Rolle nicht, ein wenig Zähneblecken genügte. Das aber hat er perfekt beherrscht.

Diese Art der Gruselfilme ist ja ausgestorben. Man braucht heute stärkeren Tobak.

Aber immerhin – Dracula war der Klassiker in diesem Genre und Christopher Lee hat wie kein anderer diese Figur verkörpert.

Inzwischen wissen wir, daß der historische Dracula ein ganz anderer gewesen ist, verkannt, verleumdet und historisch verfälscht. Hans Edelmaier hat das in einem wirklich sehr kompetenten Buch akribisch erforscht und dargestellt.

Natürlich hat die filmische Umsetzung mit der Geschichte nur selten etwas zu tun. Und ob sich Christopher Lee je mit den Ursprüngen Draculas beschäftigt hat, wissen wir nicht. Ist auch gar nicht so wichtig.

Erfreuen wir uns also weiter an dem Schrecken der Damen, wenn sie den düsteren Grafen erblicken. Vielleicht drücken sie sich dabei etwas enger an uns. Auch das sollten wir dem Dracula danken.