Medien

Wie man den Dr. Proebstl umgebracht hat

Wie man den Dr. Proebstl umgebracht hat

 

War gar nicht so leicht. Immerhin hat der Doktor mit der Latex-Glatze 88 Folgen seiner satirischen Betrachtungen glanzvoll über die Bühne gebracht. Die Medien haben ihn totgeschwiegen so gut es ging, aber immer ging es nicht, weil er einfach zu gut gewesen ist. Intelligente Leute haben ihn geschätzt und keine seiner Sendungen versäumt.

Aber irgendwann war es denn doch zuviel. Er wurde enttarnt und an den Pranger gestellt. Für den Darsteller, den Ex-Moderator Percy Hoven hatte das die Folgen, die in unserer Zeit keinen wirklich überraschen. Seine Frau wurde beim Fernsehen hinausgeschmissen, er muß um seine Zukunft fürchten und das hat den Proebstl-Darsteller dorthin gebracht, wo er hingebracht werden sollte: Er hat öffentlich bereut, Abbitte geleistet für die frechen Texte, die er präsentiert hatte. Ein stalinistischer Schauprozeß auf deutsch-demokratisch, aber ohne Genickschuß – immerhin sind wir so zivilisiert geworden.

Der Effekt ist natürlich derselbe. Der Kritiker ist weg, zumindest der, der diese Texte vorgetragen hat und das genügt vorläufig.

Wie es weitergehen wird und ob es weitergehen wird, ist noch nicht klar. Der Dr. Proebstl hat ja seine Texte nicht selber geschrieben, ist daher ersetzbar. Wer aber weitermachen will, sollte ohne Frau, ohne Kinder und ohne Job sein. Ein einsamer Wolf also – immer noch das Beste in unserer so toleranten Gesellschaft.

 

P.S.: Mit genau 88 Folgen sollte man jedenfalls nicht aufhören. Denn 88 ist eine gefährliche Zahl. Die darf man bei uns ja nicht einmal mehr auf ein Autokennzeichen prägen.

 

Petition Rettung des Waffenpasses für Jäger:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/PET/PET_00057/index.shtml