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Der qualvolle Weg zum Schlachthof

So titelt die "Krone", die heute draufgekommen ist, daß man Schlachtvieh, wie es die EU befahl, zum Schlachthof bringen muß, statt es zu Hause am Bauernhof gemütlich abzustechen. Das dauert und ist nicht immer gut. Aber ist halt so in der EU.

Nur lustig, daß die "Krone" mit einem seltsamen Humorverständnis genau darunter die "Ball Hingucker" zeigt, so daß man meinen kann, dieselben Hinguckerinnen würden zum Schlachthof ausgeführt statt auf den Opernball.

Es genügt, sich die Titelseite der heutigen "Krone" anzusehen. Aber vielleicht machen die das mit Absicht.

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Wie schön ist es in Montenegro?

 

Wunderschön. So denke ich wenigstens. Als ich in der Gegend war, durfte man noch nicht hinein, tiefster Kommunismus dort, das ist jetzt vorbei. Aber in der EU sind die noch nicht und wofür das gut ist, weiß ich noch nicht. Wer nicht beitritt, muß auch nicht austreten. Immerhin.

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Migrantisches

Eine Flüchtlingsgeschichte

Eine Flüchtlingsgeschichte

 

Ich gehe dabei in die Vergangenheit, in das Jahr 1938. Es betrifft meine Familie und es wird eine längere Geschichte, daher bitte ich um etwas Geduld. Aber schließlich ist Urlaubszeit, da kann man auch was Längeres lesen.

Eine Tante von mir hat sich in den dreißiger Jahren verliebt. In einen wirklich gütigen, gescheiten, anständigen Menschen und geheiratet hat sie ihn dann auch. Fred Rubinstein hat er geheißen und war Jude, was meine Tante aber überhaupt nicht gestört hat, sie war, wie ich auch, recht offen und liberal. Der damals schon offenbare Antisemitismus hat sie nicht gestört.

Dann kam das Jahr 1938 und plötzlich wurde es kritisch. Sie war nach den damaligen Gesetzen „Ariererin“ und mit einem Juden verheiratet. Die Behörden haben ihr nahegelegt, sich scheiden zu lassen. Nicht meine Tante. Sie war streitbar und hielt nichts von der Obrigkeit, das habe ich möglicherweise von ihr.

Sie verweigerte daher die Scheidung und hat beantragt, mit ihrem Mann zusammen ausreisen zu dürfen. Das war aber bei den Nazis nicht vorgesehen und hat die Behörden zornig gemacht. Der ganze Apparat – inzwischen schon nazidurchseucht, aber immer noch von der typisch österreichischen Beamtenboshaftigkeit beseelt – hat ihr immense Schwierigkeiten gemacht.

Schließlich hat sie obsiegt und kriegte ihre Ausreisedokumente. Bewundernswerte Frau.

Ich habe den ganzen diesbezüglichen Schriftverkehr einsehen können. Wirklich ekelhafte Dokumente bürokratischen Übermuts und satanischer Bosheit. Bei diesen Unterlagen wurde ich in bestürzender Weise an das Wirken der Wiener Waffenbehörde erinnert, wo sich anscheinend diese nazihafte Gestion ein Refugium bewahrt hat.

Also: die Ehegatten Rubinstein gingen mit ihren Papieren in Hamburg auf das Auswandererschiff. Landung in England – keine Einreise, obwohl Onkel Fred dort lange gearbeitet hatte. Weiter in Frankreich – auch nichts. Ebenso in Spanien und Portugal. Dann nach Skandinavien. Schweden – Fehlanzeige, dort hatten sie ja schon den Kreisky und den Willy Brandt. Für Rubinstein und Frau kein Bedarf.

Schließlich Finnland. Die haben die Armen dann endlich genommen.

Es geht weiter und es gibt noch eine interessante Fortsetzung der Geschichte in Finnland. Die kommt morgen.

Kommentare   

+12 #1 Richard Joseph Huber 2015-08-07 15:07
und heute:
Die finnische Regierung will künftig pro Jahr nur noch maximal 750 Flüchtlinge ins Land lassen. Das berichtete der finnische Rundfunk am Montag. Bisher lag die Obergrenze bei 1.500 und damit mehr als doppelt so hoch. Die EU will, dass Finnland in den kommenden zwei Jahren rund 800 Flüchtlinge aus Italien und Griechenland aufnimmt.

Helsinki hatte nach ursprünglichem Widerstand vorvergangene Woche in Brüssel signalisiert, dass diese Quote im Rahmen der bisherigen Asylpolitik erfüllt werden könnte. Implizit bedeutet die Verschärfung der Asylpolitik, dass Finnland nun insgesamt weniger Flüchtlinge aus anderen Ländern aufnehmen wird.

Im Schnitt der vergangenen Jahre landeten jeweils rund 1.000 Asylsuchende pro Jahr in Finnland. Seit den Wahlen vom April dieses Jahres regieren die Rechtspopulisten ("Partei der Finnen") als zweitstärkste Partei mit den beiden großen "bürgerlichen" Parteien Finnlands, der "Zentrumspartei" von Ministerpräsident Juha Sipilä und den Konservativen in Helsinki.
(PS: bin gespannt wie die obige Geschiochte endet)

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