Politik

Steuer-Notwehr

Steuer-Notwehr

 

Unsere Politiker wollen gegen die Steuerhinterziehung kämpfen. Haben sie gesagt und versprechen sich davon, daß damit die angebliche „Steuerreform“, die ich zu recht unter Anführungszeichen gesetzt habe, zumindest teilweise finanziert wird.

Auf der Abschußliste der „Reformer“ stehen vor allem die Wirte und die Bauwirtschaft. Das sind für sie nämlich allesamt Steuerhinterzieher und die muß man dazu bringen, nur brav alle Steuern und Abgaben zu bezahlen und alles wäre in Butter.

Unsere Politiker haben sich damit nicht nur als unfähig, verbrecherisch und noch dazu als strohdumm entpuppt. Sie haben keine Ahnung, warum wirklich die Steuern hinterzogen werden, sie verstehen nichts von der Wirtschaft und sie gehen weiter in ihren Bestrebungen, die österreichische Wirtschaft total zu ruinieren. Das ist ihnen aber, wie es sich gezeigt hat, völlig egal.

Schauen wir uns einmal einen privaten Bau an: Da hat der Bauherr für das, was ihm überbleibt, schon einmal etwa die Hälfte an Steuern abgeführt. Was ihm netto bleibt, hat er dem Baumeister zu bezahlen. Der Arbeiter, der vielleicht einen Netto-Stundenlohn von 50 € hat, kostet aber den Baumeister in der Stunde € 200. Das muß er natürlich dem Häuselbauer verrechnen.

Überschlagsmäßig: Was der Häuselbauer in der Stunde netto verdient, dafür kann er sich nur eine Viertelstunde Bauarbeit leisten – wenn, ja wenn alle Steuern und Abgaben bezahlt werden.

Die Mehrwertsteuer habe ich bei dieser Berechung außer acht gelassen.

Dazu kommt aber, daß die meisten Bauarbeiter nur einen Teil ihres Lohnes voll versteuert kassieren können und von ihrem Meister Schwarzgeld verlangen müssen, weil sie sonst nicht über die Runden kommen. Daher muß auch der Baumeister einen Teil seines Honorars auch schwarz kassieren, sonst verfügt er auch über kein Schwarzgeld, daß er seinen Arbeitern – zumindest teilweise – zahlen muß. Sonst kriegt er nämlich keine.

In der Gastronomie ist das auch nicht anders. Ein Koch wird auch nur einen Teil seines Gehalts versteuert verlangen, der Rest – ein Drittel bis zur Hälfte – muß schwarz gezahlt werden.

So funktioniert die österreichische Wirtschaft. Notwehr gegenüber dem Staat nennt man das. Es geht nicht anders – sonst würde alles zugrunde gehen.

Und es wird zugrunde gehen, wenn man die Politiker weiter so werken läßt. Was die können, ist nur der Ausbau der Bürokratie, der Ausbau der Überwachung, die Aufblähung um weitere Beamte, die Neubestellung weiterer Steuerbüttel, das Drangsalieren der wenigen noch produktiv arbeitenden Bevölkerung.

Es ist verrückt. Alle sind verrückt. Und sie wollen irgendwann wieder gewählt werden. Von wem, ist die Frage. Von mir jedenfalls nicht – nie wieder.

 

Übrigens: haben Sie schon die Petition Liberales Waffenrecht für mehr Sicherheit unterschrieben – läuft noch bis 14. April 2015! http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/PET/PET_00022/index.shtml