Politik

Die österreichische Verräterpartei (ÖVP) am Wort

Die österreichische Verräterpartei (ÖVP) am Wort

 

Die ÖVP habe ich mir für den Schluß meiner Berichtsserie aufgehoben. Ich habe doch eine gewisse Zeit dafür gebraucht, diesen unfaßbaren Unsinn zu verdauen, den hier ein Abgeordneter der sogenannten Jägerpartei von sich gegeben hat.

Ein Armutszeugnis für die Politik, für das Hohe Haus und nicht zuletzt für diese Partei, die derzeit im Sumpf eigener Unfähigkeit und Dummheit versinkt.

Achtung, es geht los:

Abgeordneter Norbert Sieber: Wir haben im Petitionsausschuß viele interessante Petitionen debattiert und interessante Debattenbeiträge gehört. Ich möchte mich herzlich dafür bedanken. Eine davon war die Petition 22 „Mehr Sicherheit durch ein liberales Waffenrecht“. In dieser Petition wird die Rücknahme beziehungsweise die Änderung diverser Gesetze in Bezug auf das Waffengesetz gefordert.

Es wird auch bemängelt, daß die Behörden bei der Vergabe von Waffenpässen sehr restriktiv vorgehen. Zu diesem Thema sind dann auch sehr interessante Debattenbeiträge gebracht worden. Zum Beispiel wurde bemängelt, daß Polizisten und Bürger immer schwerer zu einem Waffenpaß für den privaten Besitz von Faustfeuerwaffen kommen. Dazu ist anzumerken, daß jeder, der sich in seiner Freizeit sportlich mit seiner Waffe in einem Schützenverein oder einem Polizeisportverein engagiert, natürlich problemlos einen Waffenpaß bekommt. Selbstverständlich sieht sich die Behörde das aber sehr genau an, denn schlußendlich benötigt auch ein Polizist nicht gezwungenermaßen eine Schußwaffe zu Hause in seiner Wohnung.

Frau Kollegin Schenk, keiner der Polizisten, mit denen ich gesprochen habe, hat mir gegenüber den Wunsch geäußert, in seiner Freizeit zu Hause auch eine Waffe zu haben. Geradezu absurd waren aber die Argumente betreffend den Jägern.

Da wurde allen Ernstes die Befürchtung geäußert, daß aufgrund der restriktiven Vergabe von Waffenpässen die Jagd nicht mehr ausgeführt werden kann und der Wildverbiß beziehungsweise der Wildschaden unseren Wäldern den Garaus machen wird. Hier kann ich Sie beruhigen. Kein Jäger benötigt für das Führen seiner Jagdwaffe, zumeist sind dies Büchsen oder Flinten, einen Waffenpaß. Mit dem Erwerb der Jagderlaubnis, also dem Ausstellen der Jagdkarte, bekommt man automatisch auch eine Waffenbesitzkarte, die die jeweilige Person berechtigt, eine Jagdwaffe zu führen.

Den Waffenpaß benötigt man ausschließlich für den Besitz von Faustfeuerwaffen oder halbautomatischen Waffen. 99,9 Prozent aller Jäger brauchen für die Ausübung der Jagd keine Faustfeuerwaffe. Einige wenige Berufsjäger führen eine Faustfeuerwaffe mit – für den Fall der Notwendigkeit eines Fangschusses bei einem verletzten Wild

Ja, ich finde es auch in diesen Fällen richtig, daß die Behörde sehr genau hinsieht, ob eine Notwendigkeit für die Ausstellung eines Waffenpasses gegeben ist. Die Proponenten dieser Petition wollen mit angstmacherischen Argumenten erreichen, daß der Zugang zu Faustfeuerwaffen für jedermann und jederfrau wesentlich leichter möglich ist.

Meine Damen und Herren! Bei uns in Österreich brauchen sich die Bürgerinnen und Bürger nicht zu bewaffnen. In Österreich sorgt unsere hervorragende Exekutive für die Sicherheit! Und das ist gut so. (Beifall bei ÖVP und SPÖ sowie des Abg. Steinhauser.)

 

So, also das war es. Gehäufte Dummheiten, unglaubliche Wissensmängel und erschreckende Ahnungslosigkeit ist hier in den paar Sätzen des Herrn Abgeordneten zu Tage getreten. So schlecht vorbereitet kann sich eigentlich nur jemand auf das Rednerpult wagen, dessen geistige Ausstattung jede Selbstkritik verhindert.

Im Einzelnen will ich darauf gar nicht eingehen. Aber ein paar Sachen, die wir hier aus dem Munde eines Parlamentariers erfahren konnten, lassen uns staunen:

·        Jeder, der sich in einem Sportschützenverein engagiert, bekommt problemlos einen Waffenpaß

·        Kein Polizist will zu Hause oder in der Freizeit eine Waffe haben

·        Mit der Jagdkarte bekommt jeder automatisch eine Waffenbesitzkarte

·        99,9% der Jäger brauchen keine Faustfeuerwaffe

·        Bei uns in Österreich brauchen sich die Bürger nicht zu bewaffnen

·        Und in Österreich sorgt unsere hervorragende Exekutive für die Sicherheit

Besonders gut hat mir gefallen, daß der Herr Abgeordnete brav gegendert hat (jederfrau). Ich erspare diesen Schwachsinn meinen Lesern.

Beifall beim Abg. Steinhauser von den Grünen. Das paßt gut. Zum Herrn Sieber und zur ÖVP.

Übrigens: Dieser Herr Sieber ist Jäger. Weidmannsheil!

 

P.S.: Unsere Exekutive ist hervorragend. Sie würde auch gerne für die Sicherheit sorgen – wenn man sie nur ließe. Der Fisch stinkt vom Kopf und das gewaltig.