Politik

Die vierzig Tage des Musa Dagh

Die vierzig Tage des Musa Dagh

 

Vielleicht haben das einige von uns gelesen. Wer nicht, möge das nachholen. Es geht bei diesem Roman um den heldenhaften Widerstand der Armenier gegen eine türkische Übermacht vor dem Hintergrund eines allgemeinen Völkermordes der Türken an den christlichen Armeniern.

Ein Völkermord kann nur unter ganz bestimmten Bedingungen funktionieren:

·        Die auszurottende Gruppe von Menschen muß definiert und gekennzeichnet sein. Religion, Rasse, Hautfarbe, wirtschaftliche Position, Bildung sind Merkmale, die dafür geeignet sind.

·        Diese Gruppe muß diskriminiert werden, sie ist als gefährlich, schädlich für die Gesellschaft zu definieren.

·        Diesen Menschen müssen wesentliche Rechte aberkannt werden und ganz besonders wichtig – sie sind zu entwaffnen. Unbedingt. Sonst funktioniert der Völkermord nicht, es besteht die Gefahr, daß die Sache in einen Bürgerkrieg mündet. Das darf aber nicht sein. Die Mörder wollen ja nicht, daß sich jemand wehrt oder gar zurückschießt.

Die Armenier auf dem Musa Dagh waren zwar entwaffnet, hatten sich aber Waffen besorgt, sie konnten sich verteidigen und Widerstand leisten, die Mörder bekämpfen und sie haben damit ihr Leben gerettet.

Aber sonst haben die Türken alles richtig gemacht. Als Christen durften die Armenier in der Türkei keine Waffen besitzen und sie schon gar nicht tragen. Armenier, die beim Militär waren, wurden entlassen, die Waffen wurden ihnen weggenommen.

Dann erst konnte das Morden, die Vertreibung, die Todesmärsche in die Vernichtungslager beginnen.

Die Sowjets, die Kommunisten und die Nazis haben das nicht anders gemacht, sie haben sich genau an dieses Programm gehalten. Millionen von Menschen wurden hingeschlachtet, man ließ sie verhungern, erfrieren, sie haben sich zu Tode gearbeitet und sie sind vergast worden.

Wenn also der eigene Staat beginnt, seine Bürger zu entwaffnen, ihre Waffen zu registrieren und zu beschlagnahmen, sollten die Alarmglocken läuten. Und man darf den Zeitpunkt nicht verpassen, an dem man beginnen muß, sich zur Wehr zu setzen oder einfach abzuhauen.

1938 haben das die Juden in Deutschland verpaßt. Die Folgen sind bekannt.