Waffenrecht Österreich

Steyr-Mannlicher und das Gewaltmonopol – eine seltsame Geschichte

Steyr-Mannlicher und das Gewaltmonopol – eine seltsame Geschichte

 

Steyr hat ein neues Sturmgewehr. Schon lange, wie ich weiß. Aber so richtig herausgetraut hat man sich bisher noch nicht, der Test in einer deutschen Waffenzeitschrift scheint nicht so wirklich beabsichtigt gewesen zu sein. Aber jetzt – ein weiterer M-16-Klon ist auf der Welt. Wird sicher gut, die Leute bei Steyr können das ja.

Zu dieser Novität hat man auch den Herrn Dr. Reichmayr, den Chef des Hauses befragt und der hat unter anderem folgendes von sich gegeben:

 

„Ich bin mir nicht sicher, ob ich in Amerika leben möchte. Der amerikanische Zugang behagt mir nicht sehr – das Recht auf Selbstverteidigung ist für mich zu viel. Ich akzeptiere, wenn jemand eine Sportwaffe hat. Wenn jemand eine Pistole haben will aufgrund eines gefährlichen Berufes, finde ich das auch akzeptabel. Dass jeder mit einer Pistole herumrennt, wäre mir nicht recht. Das Gewaltmonopol sollte beim Staat bleiben. Ich bin auch gegen den unbeschränkten Zugang zur Kurzwaffe. Das österreichische Gesetz ist gut. Wenn es Probleme gibt, dann mit illegalen Waffen. Daher bringt es auch nichts, Waffengesetze zu verschärfen. Besser wäre es, regelmäßig zu überprüfen.“

„Frage: Wäre Bedarf an mehr Kontrollen?“

„Ich bin seit 35 Jahren Jäger und wurde noch nie kontrolliert. Es ist nicht notwendig, alle zu kontrollieren. Aber man sollte es zumindest in Aussicht stellen und ab und zu tun.“

 

Wie schon im Titel gesagt: Seltsam, was da der Herr Dr. Reichmayr von sich gibt:

Das Recht auf Selbstverteidigung ist ihm zuviel. Was ist aber dann in Österreich? Dieses Recht gibt es ja bei uns auch und es ist genau so scharf wie in den USA, zumindest in den meisten Staaten dort. Will er uns dieses Recht etwa streitig machen?

Und das Gewaltmonopol? Natürlich gibt es das. Aber nicht dort, wo es um mein Leben und meine Freiheit geht, um meine Gesundheit und mein Vermögen. Dort ist nämlich das Gewaltmonopol nicht anwesend, wenn mir oder meiner Familie was passiert. Schützen wird mich das Gewaltmonopol nämlich nicht, das ist höchstens dafür gut, um nachher das Blut aufzuwischen, den Tatbestand aufzunehmen und ein Protokoll zu verfassen. Das sollten Sie sich merken, mein lieber Herr Dr. Reichmayr und daran denken, bevor Sie so etwas von sich geben.

Es wäre ihm auch nicht recht, sagt er „daß jeder mit einer Pistole herumrennt“. Was aber, sehr geehrter Herr Direktor, was ist denn mit den Illegalen? Die rennen ja ständig mit einer Pistole und manchmal mit noch viel Ärgerem herum? Die kaufen das nicht bei der Firma Steyr und die suchen auch nicht um einen Waffenpaß an, damit sie damit herumrennen dürfen. Und diese Menschen sind ja auch dieselben, die in der Gegend herumschießen, andere umbringen und verletzen. Oder nicht, lieber Herr Direktor?

Und Kontrollen wollen Sie auch? Mehr Kontrollen oder was? Noch immer nicht genug kontrolliert? Sie sind noch nie kontrolliert worden? Auch gut! Aber warum fordern Sie das dann für Leute, die Ihre Produkte kaufen sollen und auch brav kaufen oder schon gekauft haben?

Also wie gesagt, ein seltsames Interview. Mir hat es gar nicht gefallen. Sie hätten vielleicht besser bei Ihren Produkten bleiben sollen.

Die sind nämlich recht gut. Ihre Ansichten, die wir hier hören konnten, aber weniger. Schade.