Politik

Jetzt ist die Katze aus dem Sack

Jetzt ist die Katze aus dem Sack

 

1965 hat mich der Minister Prader in das Verteidigungsministerium berufen. Ich habe dort mit anderen Kameraden Werbung, Kommunikation und Presse gemacht. Die Bundesheer-Illustrierte, die wir auch gemacht haben ist leider lange schon eingestellt. War ein interessantes Projekt, hat vielen Leuten gefallen, der Politik aber wie es scheint zu wenig. Ist gestorben, was schade war.

Also kenne ich seither viele Verteidigungsminister. Besonders gut und effektiv war Robert Lichal. Er hätte viel erreicht, wenn man ihn nur gelassen hätte. Aber wie es in Österreich immer war und immer noch ist – Geld ist für alles da, für das Heer aber nicht. Und vernünftige Menschen als Minister sind bei uns nicht so wirklich beliebt.

Mit Platter hat der Niedergang begonnen. Völlig unfähig dann Darabos, fast schon fahrlässig zerstörerisch. Klug war auch nicht besser, er ist mir übrigens immer noch Antworten auf meine Fragen schuldig. Auch schon wurscht.

Und jetzt Doskozil. Er wird auffällig oft gelobt, was vielleicht auch daran liegt, daß es nicht schlechter hätte kommen können. Es gibt mehr Geld – wurde versprochen, was davon bleibt wird sich herausstellen.

Es ist natürlich prinzipiell keine gute Idee, einen Polizisten zum Heeresminister zu machen. Polizei und Heer sind zwei ganz verschiedene Schuhe. Passt einfach nicht. Und die Qualifikation des neuen Ministers hat, wenn man es genau nimmt, ausschließlich darin bestanden, daß er an der Grenze intensiv weggeschaut hat, wie die Invasoren gekommen sind. Das hat vielleicht die Ministerin damals angeschafft, der Herr Doskozil hätte das aber nicht befolgen dürfen. Amtsmißbrauch, klar. Von beiden übrigens.

Aber nach dem allgemeinen Jubel über seine Bestellung kommt jetzt die Katze aus dem Sack. Und die besteht darin, daß man im Verteidigungsministerium statt gelernter Soldaten jetzt Zivilisten hineinsetzen möchte. Zivilisten heißt natürlich in diesem Fall brave SPÖ-Parteigänger. Wer aber das Heer so „zivilisieren“ möchte, wird es endgültig ruinieren.

Was solche Zivilisten anrichten können, zeigt exemplarisch der Fall einer gewissen Frau Mag. Ploner, die immer noch fest auf ihrem Sessel sitzt. Einzementiert - einen solchen Klebstoff hätte man den Briefwahlkarten nur wünschen können. Ich habe schon viel darüber geschrieben, der Unfug, den diese Dame angerichtet hat, ist unglaublich. Passiert ist aber nichts.

Also geht es weiter in dieser Methode? Wäre wohl schrecklich, ist aber wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten. Armes Bundesheer!

 

P.S.: Welches politisches Geisteskind der Herr Minister ist, zeigt sich daran, daß ihm eingefallen ist, man möge den Joschka Fischer zum EU-Außenminister bestellen. Dieser Joschka wäre ein Austrittsgrund. Jeder würde das verstehen. Einige wie es scheint doch nicht.