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Tierisches

Ein Autodafe in Kenia

Ein Autodafe in Kenia

Autodafe war eine Ketzerverbrennung. Auch Juden haben die Herrschaften von der Inquisition damals gerne verbrannt. Das war ein „Akt des Glaubens“, ein actus fedei. Ketzer, Juden, später dann Hexen und Hexer wurden dem reinigenden Feuer übergeben. Damit wurde das Böse ausgelöscht, ausgebrannt. Gnade gab es nicht. Kein wirkliches Ruhmesblatt für unsere Vorfahren.

 

 

Aber auch heute verbrennt man. Ich meine hier nicht die Mohammedaner, die das immer noch zur Belustigung der wahren Gläubigen machen. Aber hinter solchen Sachen steht natürlich auch ein Glaube. Der Islam nämlich.

Aber genau so intensiv wie der Glaube an Allah ist wie es scheint auch der Glaube an das Gute im Menschen, wenn man sich ideologisch auf tierschützerisches Gebiet begibt.

Man hat also in Kenia, der Heimat der Wilderei, einige Tonnen von Elfenbein verbrannt. Spektakulär und die guten, dummen Menschen in den Redaktionsstuben und in den Fernsehstudios haben so richtig gejubelt. Endlich was getan gegen die Wilderei, die Elefanten können aufatmen. Glaubt man, wenn man naiv genug ist und das sind die heutigen Journalisten von Berufs wegen immer.

Den Elefanten ist natürlich damit nicht geholfen. Wie schon gesagt – in Kenia ist die Jagd ja total verboten. Konsequenz wie immer: die Wilderei blüht und gedeiht. Die Ober-Wilderer sitzen nämlich in der Regierung und die Wilderer werden von dieser gefördert und geschützt. Die Regierung selber profitiert am meisten vom illegalen Handel mit Stoßzähnen und Rhinozeroshörnern.

Zur Beruhigung der westlichen Idioten wird daher einmal im Jahr ein solches Elfenbein-Autodafe veranstaltet, damit die Spenden und die Entwicklungshilfe nicht versiegen.

Jubel in den Zeitungen und im Fernsehen und das Wildern kann lustig weitergehen. Und die Preise für das Elfenbein werden auf der gewünschten Höhe bleiben. Marktbereinigung. Profit garantiert.

So schaut es aus. So schaut es auf der ganzen Welt aus, wenn man die legale Jagd verbietet und die Ideologie regiert. Natürlich muß auch noch ein Dummkopf darauf hereinfallen. Die aber haben wir genug.

 

Kommentare   

+5 #2 Walter Murschitsch 2016-06-12 10:28
Besser kontrollierter Handel als Verbot?

Nun glauben selbst die Initiatoren der öffentlichen Elfenbeinverbrennung nicht daran, dass ihre Aktion die Wilderer stoppen könnte. Zwar verringert die Vernichtung des Stoffes die Möglichkeit, staatliches Elfenbein in illegale Handelskanäle einzuspeisen. In den von Korruption geplagten afrikanischen Staaten ist das eine verbreitete Praxis.

Kritiker des Anti-Wilderei-Brandopfers argumentieren aber, dass die Verknappung des Stoffes die Schwarzmarkpreise nur noch in die Höhe treibe und neue Anreize für Wilderer setze. Der kenianische Umweltschützer Mike Norton-Griffiths sagte der Nachrichtenagentur Bloomberg: "Kenia macht einen Fehler." Anstatt so große Mengen Elfenbein einfach zu vernichten, wäre es besser, wenn sich die afrikanischen Staaten mit den Behörden in den Herkunftsländern der Käufer zusammensetzen würden, um den Handel zu regulieren. Besser als ein vollständiges Verbot sei ein kontrollierter Handel.

http://www.welt.de/vermischtes/article154905646/Was-Elfenbein-mit-Terrorismus-zu-tun-hat.html
+6 #1 Michael Heise 2016-06-12 10:21
So ist es leider... Naivität ist + bleibt das Grundübel unserer (noch) Wohlstandsgesellschaft. Ändert sich aber schon sehr bald:

Wenn die kommenden Ereignisse auch den letzten Naivling aus seinen Fieberträumen schrecken... Es muss aber erst noch schlechter werden, damit etwas besser werden kann. Die Chancen dafür sind Dank unseren generösen Volksverrätern aber wieder mal ausgezeichnet (...).

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