Geschichte

Dreistellig

Dreistellig

 

Das werden viele nicht mehr wissen: Es geht um die alten schwarzen Autonummern. Einstellig war Regierung und die hohe Verwaltung, zweistellig auch. Mit W 1 fuhr der Bundespräsident und so weiter

Und bei dreistellig fing der Adel an, der sogenannte Nummernadel. Das waren besondere Leute, Prominente, Schauspieler, andere Künstler, Journalisten, politisch wichtige Leute. Und vergeben hat das in Wien der Polizeipräsident oder ein anderer Zuständiger. Wer also eine „dreistellige“ bekam, war gut mit dem. Das war aber beileibe keine Korruption sondern eine Gnade. Gekauft hat man das nicht.

Ich kenne und kannte viele, die lange mit diesen dreistelligen gefahren sind, manche haben das sogar nach der Umstellung als Wunschkennzeichen weitergehabt. Jedenfalls wurde man mit einer dreistelligen nicht oder nur ganz selten aufgeschrieben.

Aber nicht alle hatten ein Auto. Man kriegte auch anderes. Die Frage: „Willst a dreistellige oder an Waffenpaß?“ wurde oft zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst.

Wen man aber heute kennen muß, um einen Waffenpaß zu kriegen, den keiner mehr bekommt das weiß ich auch nicht.

 

P.S.: Ich hatte damals eine fünfstellige Nummer. Hat aber gar nichts gebracht.

PP.S.: Geschwindigkeitsbeschränkung 50 gab es damals nur im Ortsgebiet, sonst war freie Fahrt.