Justiz

Doctor utriusque iuris

Doctor utriusque iuris

 

Das ist ein Doktor beider Rechte, ein Jurist alter Schule. Ich übersetze das, weil ja heutzutage manche Richter(vor allem die -innen) kein Latein mehr verstehen. Gibt es wirklich. Grade selbst erlebt. Doktor ist ja überhaupt weitgehend unmodern geworden, heute genügt ein Magister (oder Magistra, weil ja die Frauen in der Justiz schon längst in der Mehrheit sind).

Hat man in den Sechzigern promoviert, war man Doktor beider Rechte, das heißt, das Kirchenrecht war dabei, römisches Recht und deutsches Recht auch. Ein Jurist war damals auch historisch und rechtsphilosophisch gebildet. Auch das gibt es nicht mehr. Juristen lernen Paragraphen auswendig und die Paragraphen ändern sich oft noch, bevor der Herr Jurist oder die Frau Juristin mit dem Auswendiglernen fertig geworden ist. Egal, steht alles im RIS.

Man nennt das Rechtspositivismus und das bedeutet, daß jeder Unsinn, den sich ein Journalist oder ein Politikdarsteller ausdenkt, blitzartig zum Gesetz werden kann. Hauptsache, die Ahnungslosen im Parlament haben das beschlossen und ein ebenso ahnungsloser Bundespräsident hat es unterschrieben. So funktioniert der Rechtspositivismus.

Wenn man es genau nimmt: Schließlich waren auch die Führerbefehle der Nazis nach der damaligen Rechtsordnung rechtlich abgedeckt. Unrecht, das ein rechtliches Mascherl bekommen hatte. Hat wunderbar funktioniert. Der Volksgerichtshof war äußerst effektiv.

Ob dann solche Gesetze sinnvoll oder nützlich sind, das wird nicht mehr erörtert. Ob sie verfassungswidrig oder menschenrechtskonform sind, interessiert auch keinen. Gesetz ist Gesetz. Und das hat man gelernt. Das macht den Juristen, die Juristin heute aus. Der Fluch der heutigen Juristerei wird hier deutlich erkennbar. Manipulierbar, blinde Vollzugsbeamten eines Gesetzes, dessen Sinn man gar nicht mehr begreift.

Man sollte die Konsequenzen ziehen: Es muß endlich der Koran studiert werden. Von den Juristen, gerade von denen. Das Recht der Scharia kommt ja ohnehin bald und da braucht man die Leute, die das verstehen, die darin ausgebildet sind.

Ein Trost aber bleibt: Nicht jeden Freitag wird geköpft. Hat schon unsere damalige Justizministerin gesagt. Ich bin beruhigt.