Kriminalität

Berufsrisiko – für Justizwachebeamte

Berufsrisiko – für Justizwachebeamte

 

Das „News“ lese ich nur, wenn ich es geschenkt bekomme. Das ist am Nationalfeiertag passiert und gerade lese ich den Bericht über die Justizwachebeamten. Ich möchte keiner sein, ich begegne ihnen aber täglich mit Respekt, weil ich nicht weit vom Landesgericht für Strafsachen wohne und einer meiner besten Freunde war deren Chef im Ministerium. Aber der Beruf scheint immer schwieriger zu werden.

Zurück zum „News“: Frau Wolfesberger berichtet und was sie berichtet ist richtig aber nicht schön. Da werden Beamte mit dem Umbringen bedroht: „Wenn ich draußen bin, erwische ich Dich oder Deine Familie!“ Das hören sie ständig.

Ist so und gar nicht so selten. Nun sollte man meinen, daß sich Justizwachebeamte zu wehren wissen. Sie sind ja entsprechend ausgebildet und auch bewaffnet. Aber bewaffnet sind sie nur in der Strafanstalt, außer Dienst nicht. Denn das mag unser Innenministerium gar nicht. Kein Waffenpaß für Justizler außer Dienst. Denen wird der Waffenpaß nämlich regelmäßig verweigert. Mit den fadenscheinigsten Begründungen. Ich habe viele der ablehnenden Bescheide gelesen – man kann nur sagen - empörend. Sie können und dürfen sich also privat nicht schützen, obwohl sie und ihre Familien bedroht werden. Skandalös. Und das Ärgste: Die Verwaltungsgerichte spielen dabei mit.

Den Waffenbehörden ist das aber wurscht. Denn wir leben ja angeblich in einem so sicheren Land, daß nur die Spitzen der Politik, also zum Beispiel der Herr Innenminister geschützt werden, die wirklich gefährdeten Beamten aber nicht, ja die dürfen sich nicht einmal selber zu ihrem Schutz und zum Schutz ihrer Familie eine Schußwaffe besorgen und sie dann führen.

Wir haben gewählt und ich hoffe, auch die Justizwachebeamten haben gewählt. Daß es endlich anders wird in unserem ach so sicheren Land. Daß die Herrschaft der ÖVP im BMI und im Justizministerium endlich beendet wird. Höchste Zeit, meine Herrschaften!