Kultur

Der Nationalfeiertag ist auch schon wieder vorbei

Der Nationalfeiertag ist auch schon wieder vorbei

 

Ich gratuliere unserem Heer zu dem traumhaften Wetter. Sie haben es sich verdient. Sonne, mild, viele Leute, fröhliche Stimmung. So soll es sein und ich habe mich mit unseren Soldaten so richtig gefreut.

Und natürlich sind die Politiker aufgetreten. Muß sein und das hat man auszuhalten. Alles war aufgeboten, vom Bundespräsidenten abwärts. Zu den Reden sage ich nichts, außer daß der Kanzler vergessen zu haben scheint, daß die Wahl längst vorbei ist und man keine Wahlreden mehr halten muß. Aber wahrscheinlich war die Rede irgendwo übrig und mußte weg. Wie der Kanzler die Mahnung vor dem Antisemitismus gemeint hat, wurde mir nicht klar, wahrscheinlich wollte er einfach den Silberstein in Schutz nehmen. Jedenfalls habe ich keine Antisemiten wahrgenommen, wenn man vielleicht von den vorhandenen Mohammedanern absieht.

Gut war der Häupl. Kurz und klar, meine Begleiter haben das sicher auch so empfunden. Und der Bundespräsident ist inzwischen ein glühender Verehrer des Militärs geworden. Da staunt man nur so, aber wahrscheinlich muß er jetzt nicht mehr auf seine Grünen aufpassen, die sind ja mittlerweile entschwunden. Auch die Flaggerln sind unbeschmutzt geblieben, aber ich denke, es hätte sich am Heldenplatz nicht einmal der wildeste Grüne getraut, sich hier entsprechend zu äußer(l)n.

Was wirklich störend und trottelhaft gewesen ist, war die ekelhafte Genderei bei den Reden: Soldatinnen und Soldaten, Österreicherinnen und Österreicher und so ist es weitergegangen. Bevölkerung wurde noch nicht gegendert, auch die Europahymne nicht, denn dort heißt es noch immer, daß alle Menschen Brüder werden und nicht Brüderinnen. Handlungsbedarf? Und für wen?

Würde man den Unsinn unterlassen, wären alle Reden kürzer, so um ein Zehntel sicher.

Und zum Schluß hat es geheißen: „Es lebe Österreich!“ Schön. „Gott schütze Österreich!“ hat aber keiner gesagt. Aber: bei manchen der Mitwirkenden wäre das angebracht gewesen.