Migrantisches

Doppelpaß-Spiel

Doppelpaß-Spiel

 

Kommt aus dem Fußball und wer den Doppelpaß gut beherrscht hat, konnte gewinnen. Da wir aber im Fußball derzeit so schlecht sind, ist der fußballerische Doppelpaß in Vergessenheit geraten, aber der migrantische Doppelpaß feiert fröhliche Urständ.

Und der geht so: Bekanntlich gibt es bei uns die Doppelstaatsbürgerschaft nur in Ausnahmefällen und zwar hauptsächlich dort, wo das Abstammungsprinzip mit dem Geburtsortprinzip in Konkurrenz tritt.

Aber bei den Türken ist das anders: Kriegt ein Türke die österreichische Staatsbürgerschaft, muß er auf die türkische verzichten, sonst kriegt er die unsrige nicht. Das macht er auch, klar. Entlassung aus dem Staatsverband heißt das.

Aber: kaum hat er die österreichische, kommt ein freundliches Schreiben der türkischen Behörden, man könne die türkische wieder bekommen, wenn man will. Natürlich wollen das alle, ist ganz einfach. Der Doppelpaß ist da. Wunderbar.

Natürlich wissen das unsere Behörden auch. Schon immer. Es geschieht aber nichts, überhaupt nichts.

Nur dann, wenn die Sache in der Öffentlichkeit bekannt wird, also zum Beispiel, wenn die österreichischen Türken den Erdogan wählen obwohl sie das natürlich gar nicht dürften und die Zeitungen darüber schreiben, wachen auch die Politiker aus ihrem Tiefschlaf auf.

Flugs tritt man vor die Presse und kündigt mit gerunzelter Stirne Maßnahmen an. Also Strafen, Aberkennung der österreichischen Staatsbürgerschaft. Bravo! So gehört es sich, so hätte es schon seit langem passieren sollen. Warum aber bislang nichts passiert ist, fragt keiner.

Es wird aber auch weiter nichts passieren. Die Interviews sind gedruckt, gesendet und das war es dann auch schon. Unsere Politik dreht sich einmal um, zieht die Decke über den Kopf und macht das, was sie bisher gemacht hat. Nichts, überhaupt nichts und weiterschlafen. In zwei Wochen ist das alles wieder vergessen.

Und der allseits beliebte Pizzalieferant kann weiter ausliefern. Wie bestellt, so geliefert. Das ist unsere Politik.