Politik

Abschied von einer Gesundheitsministerin

Abschied von einer Gesundheitsministerin

 

Frau Sabine Oberhauser ist gestorben. Sie war Gesundheitsministerin und Ärztin auch dazu. Eine tapfere Frau, die gewußt hat, wie es um sie steht und die das mit großem Anstand und bewundernswerter Tapferkeit ertragen hat. Ihren Verwandten und Freunden mein herzlichstes Beileid.

Sie war mir sehr sympathisch, die sympathischste unter den Ministerinnen.

Noch etwas – sie kam aus der Gewerkschaft und Leute, die aus der Gewerkschaft kommen, haben meistens einen guten Zugang zu Menschen, weil sie eben mit ihnen zu tun haben. Heutige Politiker haben diesen Zugang oft nicht mehr, sie schweben in anderen Sphären, die Menschen – die oft zitierten kleinen Leute – fühlen sich nicht mehr verstanden und sie haben meistens recht.

Ihr Tod gibt uns die Gelegenheit, darüber nachzudenken, ob man das Gesundheitsministerium nicht ersatzlos einsparen könnte. Bis zum Kreisky hat es ja ein solches Ministerium gar nicht gegeben und in Wirklichkeit ist es ja auch völlig ohne Funktion, würde man es abschaffen – keinem würde es abgehen.

Und wenn man schon dabei ist, könnten auch viele andere Ministerien abgeschafft werden und die Staatssekretäre und –rinnen jedenfalls.

Aber das wird wohl nie passieren, ganz gleich, wer die nächste Wahl gewinnen sollte.