Sicherheit

Wieder Burgen bauen

Wieder Burgen bauen

 

Die Kriminalität hat sich gewandelt: Jetzt werden zunehmend LKWs und SUVs als Mordwaffen eingesetzt. Graz, Nizza, Berlin, London, jetzt Stockholm. Viele Tote, noch mehr Verletzte. Die Kerzerln werden uns noch ausgehen und die Blumen auch. Die Beileidsbekundungen der Politiker sind inzwischen schon von diesen auswendig beherrscht – auch von recht minderbemittelten Sprücheaufsagern.

Aber natürlich fragen sich alle, was man dagegen tun kann. Was man wirklich dagegen tun kann und was man schon längst hätte tun können, das zu fragen oder festzustellen, das verbietet sich. Wer hier Lösungen anbietet oder sich ausdenkt, kommt mit dem Strafgesetz in Konflikt und wenn der sogar auch noch das Wort mit dem Anfangsbuchstaben „I“ ausspricht, kommt er in den Häfen und kann nur hoffen, daß dort kein Platz mehr ist weil alle schon drinsitzen, die man nicht mehr benennen darf.

Also baut man Barrikaden. Ist gar nicht so leicht, weil ja die LKWs recht schwer und auch recht schnell sind. Poller, Betonhindernisse, Baustoffmulden und ähnliches bieten sich an und werden bald in großer Zahl unser Stadtbild prägen. Schön ist das nicht, sicher auch nicht, aber egal. Hauptsache es ist was geschehen, was man den bereits völlig verblödeten Bürgern als Sicherheit verkaufen kann.

Hauptsache es wird nichts unternommen, was die Verursacher dieses Elends kränken könnte.

Gehen wir zurück in die Geschichte. Wien war dereinst von einer Stadtmauer umgeben, die uns Wiener bis 1683 ganz gut geschützt hat. Kaiser Franz Josef hat diese Mauern entfernt, zu recht, sie waren nicht mehr nötig.

Wir erinnern uns warum. Prinz Eugen war das und sein Denkmal steht am Heldenplatz, der vielleicht auch bald nicht mehr so heißen darf.

Bauen wir halt wieder eine Mauer. Hoffentlich kränkt sich dann aber keiner.