Sicherheit

Sicherheit für das Christkindl

Sicherheit für das Christkindl

 

Das tut Not in der heutigen Zeit. Aufmacher in der „Krone“: „So sicher sind die Adventmärkte“ Wunderbar. Wir sind sicher, sogar die Christkindlmärkte. Außer es passiert was. Na dann - kannst halt nix machen.

Es gibt – so die Zeitung – eine Sicherheitsoffensive. Poller, Betonblöcke, sogenannte mobile Sicherheitssysteme, was immer das sein mag. Erhöhte Polizeipräsenz.

Also sind wir sicher. Wie in Wien zu Zeiten der Türkenbelagerung. Innen. Die Stadtmauern boten den Schutz gegen die Feinde vor den Toren.

Und wo sind die Feinde jetzt? Sind sie schon da? Wer hat sie hereingelassen? Wer gibt ihnen Geld, Wohnung, Kleidung? Warum müssen wir Christkindelmärkte verbarrikadieren? Wer ist schuld daran? Wann kommt der nächste Terroranschlag in unserer ach so sicheren Stadt?

Und was werden dann die Verantwortlichen sagen? Räumt die Toten weg! Zündet Kerzerln an, streut Blumen, legt Kränze aber laßt Euch nicht stören, liebe Leute! Macht ruhig weiter und laßt Euch nicht stören! Ruhe ist die erste Bürgerpflicht und nur keine Panik! Was sind schon ein paar tote Kinder? Niedergewalzte oder in die Luft gesprengte Menschen? Damit müssen wir halt leben. Ist halt so zu Weihnachten und immer und überall.

Erinnert sich noch wer an die Zeiten, wo die Märkte nicht verbarrikadiert gewesen sind? Wo man sich noch nicht vor Terror fürchten mußte?

Ich erinnere mich sehr wohl. Ich erinnere mich auch noch an Märkte, an Zeiten wo Bomben gefallen sind. Aber da gab es wenigstens eine Luftschutzwarnung. Die haben wir heute nicht mehr, denn es kann jederzeit eine Bombe explodieren. Ich bewahre Ruhe und mache weiter wie bisher. Aber – mein Leben hat ohnehin schon recht lange gedauert.

Aber um die jungen Menschen und die Kinder tut es mir leid. Die hätten sich das nicht verdient, daß sie in einer Zeit aufwachsen müssen, wo zwar kein Krieg mehr ist, aber dennoch jederzeit der Krieg ausbrechen kann. Verkündet wird er halt nicht mehr. Er ist nämlich schon da.