Verkehr

Rasen im Dienste der Untertanen

Rasen im Dienste der Untertanen

 

Meine Leser wissen, daß ich immer wieder gegen die Geschwindigkeitsbeschränkungen auftrete. Mir paßt das nicht, es ist verlogen. Angeblich dient eine Geschwindigkeitsbeschränkung (also 130 auf den Autobahnen, 100 auf den Bundesstraßen) der Sicherheit. Einen Schmarrn. Eingeführt wurden diese Beschränkungen nämlich in der sogenannten Energiekrise, wir sollten alle Treibstoff sparen und uns naßrasieren. Hat der Kreisky empfohlen und dann gleich auf das Rasieren verzichtet, dafür aber Zwentendorf zugesperrt.

Also die Geschwindigkeitsbeschränkungen stören mich. Ich würde gerne schneller fahren – wer nicht?

Aber besonders ärgerlich ist dabei, daß diese Beschränkungen eine Zweiklassengesellschaft erzeugen: Die Regierten und die Regierenden. Klar. Die Regierten dürfen nicht, die müssen sich an die von der Obrigkeit verfügten Beschränkungen halten, die Regierenden scheißen aber darauf. Die fahren wie es ihnen gefällt. Schnell und über dem Limit, angeblich im Dienste der Untertanen, die das nicht dürfen.

So geschehen und beobachtet am 9. 11. 2017, 22 Uhr, auf der Westautobahn. Ein nobler Dienst-PKW, vermutlich gepanzert, Kennzeichen P NO 1, eine Bonzenkutsche also, rast auf der Autobahn Richtung Westen. Geschätzt: 170. Schneller zum Wähler heißt wahrscheinlich der Auftrag, die warten nämlich schon ungeduldig auf lichtvolle Ausführungen über Bürgerpflichten und ähnliches.

Wer drinnengesessen ist, war nicht erkennbar, ist auch egal.

Ende des Berichts, kein weiterer Kommentar. Wann wird dieser Übermut enden? Haben wir nicht gewählt? Aber: in Niederösterreich ist es ohnehin bald wieder soweit.