Jagd

Über das Jagen mit dem Bogen

Über das Jagen mit dem Bogen

 

In Österreich und in Deutschland verboten. Ich bin in einem Zwiespalt: Soll ich für die Freigabe der Bogenjagd eintreten oder eher nicht?

In Österreich und in Deutschland bin ich entschieden dagegen. Wir – und da meine ich unsere Jäger und vor allem unsere Jagdfunktionäre - sind einfach nicht reif dafür. In Ungarn geht das und es funktioniert dort auch recht gut. Aber bei uns wird das nicht gehen.

Erst einmal: Der Bogen ist derzeit rechtlich ein Sportgerät und keine Schußwaffe. Das soll auch so bleiben. Denn läßt man die Jagd mit dem Bogen zu, wird das Sportgerät auf einmal zur Jagdwaffe und die Bürokratie wird sich freuen. Registrierungen, Genehmigungen, Erlaubnisse und auch Verbote sind die unausweichliche Folge. Das aber brauchen wir keinesfalls. Daher rate ich ab davon.

Und zweitens: weil ich unsere Jäger kenne.

Dort aber, wo man mit dem Bogen jagen darf, also etwa in den USA, in SA oder SWA wird es zu einem unvergeßlichen Jagderlebnis, zu einer Rückkehr zu den Wurzeln der Jagd, zu einem Weidwerk, das uns wieder zurückführt zu den menschlichen Ursprüngen.

Da ich mich viel in Bogensportgeländen aufhalte, kenne ich viele Bogenschützen. Die meisten, die man dort immer wieder trifft, sind gute, erprobte Schützen. Leute, die mit dem Langbogen oder mit dem Recurvebogen umgehen können, die treffen und die man daher ohne weiters auf die Jagd mitnehmen könnte.

Ich sage könnte, denn es gehört ja mehr dazu als gut schießen zu können. Jagen ist mehr als schießen und treffen. Man muß ja nahe an das Wild heran, 20 bis 30 Meter und das erfordert ein profundes Wissen um das Wild und sein Verhalten, um Tarnung und Wind, um Geräusch und Bewegungslosigkeit zum rechten Zeitpunkt. Das ist weit mehr als unsere Jäger imstande sind, die ja viel weiter schießen können und manches daher nicht mehr beherrschen müssen. Und von der sogenannten Gummipirsch rede ich gar nicht.

Die wahre Heimat der Bogenjagd sind die USA und daher kommen die meisten guten Geräte von dort. Das sind in der Regel Compoundbögen mit einem Zuggewicht von 60 Pfund und darüber. Wer damit umgehen kann, trifft damit besser als mit den klassischen Lang- oder Recurvebögen. Auch wird die Durchschlagskraft höher sein als bei diesen Bögen.

Ständiges Üben ist aber erforderlich. Ich tue mich mit dem Üben leicht, weil ich auf meinem Grund einen eigenen Parcour habe, wo derzeit über dreißig Ziele stehen. Nicht jeder hat das, aber das Bogenschießen ist ja lautlos und wenn man auf die Sicherheit (Pfeilfang) achtet, kann man bald wo üben. Mißgünstige Nachbarn und vor allem –rinnen sollte man aber kennen und darauf achten, daß sie vom Übungsschießen nichts mitbekommen. Die Cobra ist gleich da und die Reporter auch. Und auch wenn der Bogen keine Schußwaffe ist, wird ein Waffenverbot heute schneller ausgesprochen, als man „Weidmannsheil“ sagen kann.

Also: sich erkundigen und am besten Übungsplätze besuchen. Im Internet gibt es genug zu finden. Nachschauen. Bogensportler sind immer freundlich und auskunftsfreudig. So wie ich.

P.S.: Warum geht es über 30 Meter kaum: Der Pfeil fliegt maximal 100 Meter in der Sekunde. Das Wild hört den Sehnenschlag und hat in der Regel 1/3 Sekunde Reaktionszeit (in Afrika), springt also ab oder duckt sich weg, da ist der Pfeil noch nicht im Ziel und - daneben. Also weiter geht es kaum.

P.P.S.: Wie wirkt der Pfeil? Warzenschwein oder Antilopen werden durchschlagen, wenn man gute Spitzen verwendet. Flucht 100 Meter oder weniger bis garnicht. Schweißspur immer ausreichend. Nur gute und sichere Schüsse anbringen. Soviel Disziplin muß sein.