Kultur

Baby it’s cold outside!

Baby it’s cold outside!

 

Die meisten meiner Leser werden das Lied kennen, zumindest die älteren und ich habe ja hauptsächlich ältere Leser. Ein charmantes Lied mit einer einprägsamen Melodie.

Es geht in dem Lied darum, daß ein Mann eine noch widerstrebende junge Dame zum Bleiben überreden möchte. Deren Abwehrstrategien sind durchsichtig zustimmend, wie es sich bei einem solchen Verführungsszenario gehört. Das Argument, es sei draußen zu kalt um wegzugehen, ist natürlich vorgeschoben und recht unglaubhaft, wird aber im Verlauf des Liedes immer mehr als ausreichend qualifiziert um die Wärme des kuscheligen Zimmers der draußen drohenden Kälte vorzuziehen. Wärme ist erotisierend, Kälte ist frustrierend, eine altbekannte Geschichte.

Nun ist dieses Lied ins Visier der kälte-frustrierten, um nicht zu sagen frigiden Genderinnen geraten, die meinen, das Lied wäre sexistisch und müsse daher aus dem Repertoire der Sender verschwinden. Das scheint sogar schon geschehen zu sein, man hört es nicht mehr, obwohl es früher meine Vorweihnachtszeit gelegentlich bereichert hat.

Ein Sieg der Genderinnenidiotinnen, auf den sie vielleicht inzwischen schon stolz sind.

Die Zeiten haben sich geändert. Die Männer – nämlich unsere - haben sich zwar nicht geändert, aber wir haben jetzt andere Männer. Die sind nicht mehr romantisch und singen auch nicht, aber sie zeigen den jungen Damen wie die neue Zeit mit den erotischen Problemen - vor allem mit ihren eigenen - umgeht, wobei die Erotik dabei ebenso abgeschafft ist wie das schmeichelnde Singen am warmen Kamin.

Wenn es nämlich heute zur Sache geht, kriegt die vielleicht noch zögernde Dame zuerst eine aufs Maul und dann ein Messer an die Kehle und schon kann es losgehen mit dem Sex, der möglicherweise zwar recht einseitig ist, aber doch zu dem Ende kommt, für den die Natur das Ganze eingerichtet hat.

Ob die Erlebenden damit zufrieden sind, weiß ich nicht, scheint aber doch so zu sein, sonst würde man weiblicherseits nicht diesen Weg gehen, der einfach und geradlinig zu dem Ziel führt, wofür der Sänger des nunmehr verpönten Liedes so zahlreiche Stophen gebraucht hat.