Kriminalität

Warum die Messer oft so locker sitzen

Warum die Messer oft so locker sitzen

 

Ja, das wüßte ich auch gerne. Aber es ist ja auch so, daß diese Messer nicht nur locker sitzen sondern auch irgendwo drinstecken. Vorzugsweise in Weibern bei sogenannten Beziehungstaten oder in Ungläubigen, wenn man nicht ganz so gut drauf ist. Nicht immer bleiben sie stecken die Messer sondern werden auch wieder herausgezogen, weil ja der Messerbesitzer das Messer wieder braucht, manchmal, um es dem nächsten Opfer hineinzustechen.

Aber warum die Messer so locker sitzen ist eine brennende Frage und die „Krone“ hat sich dankenswerter Weise dieser Problematik am 30. August angenommen. Allerdings: die eigenen Redakteure sind für die Beantwortung dieser Frage wie es scheint zu deppert, daher braucht die „Krone“ natürlich hier einen „Experten“, diesmal in der Gestalt des bekannten Psychiaters und Lebenscoachs (oder sollte man nicht besser Ablebenscoach sagen?) Dr. Bernhaut, der uns also belehrt:

Zuerst einmal hat es Messerangriffe in Österreich schon immer gegeben. Gott sei Dank, ich hab‘s gewußt. Wie der Herr Doktor meint, gehört das Messern also zum Österreicher wie die harben Tanz und der Heurige. Aber doch: die Transkultur, was immer das sein mag, hat uns erwischt. Wir erfahren vom Experten, daß die jungen Menschen einen fehlenden moralischen Unterbau haben und daß besonders die brutalen Computerspiele sehr gefährlich sind. Da sitzen ja die Tschetschenen und Afghanen vor dem Computer und spielen so lange, bis der moralische Unterbau irgendwann ganz weg ist. Resultat: Messer. Murksi, murksi!

Der „Krone“-Depp fragt aber noch nach, warum denn ausgerechnet das Messer Hauptsaison hätte. Und der Experte belehrt, daß eben das Messer immer verfügbar sei, ein Griff in die Küchenlade genüge. Bei Faustfeuerwaffen gäbe es dagegen rechtliche Einschränkungen. Das sei gescheit. Rechtliche Einschränkungen, das scheint die Lösung zu sein. Nur, wenn man es genau nimmt, gäbe es nicht auch beim Stechen, beim Aufschlitzen, beim Halsabschneiden und beim Herzstich irgendwelche „rechtlichen Einschränkungen“? Auch für diese „jungen Menschen“ aus der Transkultur?

Der Dr. Bernhaut hat sich aber dazu nicht geäußert. Aber gefragt wurde er schließlich auch nicht. Daher weiß man immer noch nicht wie das ist mit den verschiedenen Kulturen und mit den Messern.