Politik

Eine Frage der Ehre

Eine Frage der Ehre

 

Die stellt sich in der Politik schon lange nicht mehr – hat sich vielleicht überhaupt nie gestellt. Und seit die österreichischen Grünen sogar mit der „Anständigkeit“ bei der Wahl Stimmen ergattern konnten, ist die Ehre in der Politik auf chorherrsches Niveau – wenn nicht gar auf das Niveau der längst in der „Privatwirtschaft“ oder wie das heute heißt, werkenden Glawischnig – abgesunken.

Ehre, Wahrheit, Ehrlichkeit oder Treue, fragwürdige Begriffe, die mit der Politik schon lange nicht mehr zusammenpassen, wobei man vor allem bei der Treue höllisch aufpassen muß, daß nicht einer der schwer korruptionsverdächtigen Grünen die Begriffe „Ehre“ und „Treue“, wenn man sie in bedenklicher Nähe verwendet, in verbotene Wiederbetätigung umdeutet.

Ich habe leicht reden: Als ehemaliger Angehöriger eines geachteten juristischen Berufsstandes, der in der Vertrauensskala immer ganz oben gestanden ist, kann ich leicht urteilen und worüber man heute urteilen muß, ist von dieser Warte daher höchst legitim.

Wir sind bei der Politik, wir sind bei der FPÖ und wir sind bei Strache. Ich kenne den HC seit den Neunzigern, habe mich mit ihm immer gut verstanden und wie jeder Österreicher weiß ich, was er für die FPÖ geleistet hat. Ich muß das hier nicht weiter ausführen.

Die Frage der Ehre stellt sich nach Ibiza, stellt sich nach den feigen Distanzierungen, nach den Anbiederungen an den politischen Gegner und stellt sich schließlich auch bei der Würde einer Partei, die alle Vergangenheit auf dem Altar der politischen Korrektheit geopfert zu haben scheint.

Hier ist wirklich viel verlorengegangen und das ist bei dem schwindenden Wählerpotential vollends unverständlich.

Von der Treue möchte ich gar nicht reden und vom Zusammenhalt zu einer Idee rede ich auch nicht. Es haben sich hier viele und unverzeihliche Schäbigkeiten geoffenbart. Die Wähler haben das, wie es scheint nicht goutiert und entsprechend bei der Wahl zum Ausdruck gebracht.

Zu Philippa Strache sage ich gar nichts. Ich kenne sie seit ihrer Zeit beim Stronach und sie hat sich das, was jetzt mit ihr aufgeführt wird, nicht verdient. Klar, daß sie keine Politikerin ist, aber wer ist das schon und vor allem wer ist das schon von denen, die im Parlament herumsitzen?

Die Suche nach der Ehre in der Politik kann hiemit eingestellt werden. Man wird sie nicht finden. Aber das habe ich ohnehin schon lange gewußt.