Waffenrecht International

Unsere Gesellschaft wird gespalten (oder ist gespalten)

Unsere Gesellschaft wird gespalten (oder ist gespalten)

 

Es gibt viele Gesetze, die unsere Gesellschaft spalten. In der Regel liegt es an der Ungerechtigkeit des Gesetzes selber oder an der Ungleichbehandlung der Bürger – nennen wir sie daher also besser „die Normunterworfenen“. Denn: Es müssen ja nicht alle Bürger, also Staatsbürger, sein, denn wir wissen ja, daß es da Leute gibt, die schon länger hier leben oder die erst kurz bei uns leben, also sogenannte „Neubürger“, die aber gar keine „Bürger“ sind.

Vor dem Gesetz sind aber alle gleich, lernen wir. Das heißt das haben wir gelernt, es stimmt aber nicht mehr. Und die paar echten Juristen, die es immer noch gibt, die sterben schön langsam aus – siehe die Justizministerin, die ja eine ganz neue Juristin ist, die auch weniger römisches Recht, sondern eher das Recht der Scharia studiert hat, wo wirklich nicht alle gleich sind, denn da gibt es Gläubige und Ungläubige und was mit diesen beiden Gruppen so ist, kann man im Koran nachlesen.

Aber es gibt ein recht wesentliches Gesetz, vor dem wirklich nicht alle gleich sind und das ist das Waffengesetz. Theoretisch ja, praktisch aber nicht.

Das Waffengesetz ist reines Ordnungsrecht. Es gibt zwar vor, Verbrechen mit Waffen verhindern zu wollen und viele Leute – auch Juristen – glauben das sogar. Es stimmt aber nicht. Wir werden das gleich sehen. Denn bei jedem Gesetz ist die Frage zu stellen, wer sich daran hält und wem dieses Gesetz egal ist, wer sich also nicht daran hält.

Beispiel: Einer will jemanden ermorden und weil der entweder selber bewaffnet ist oder gut bewacht, scheint nur eine Schußwaffe als Tat-Instrument dazu in Frage zu kommen. Also wird sich dieser präsumtive Mörder eine solche Waffe besorgen. Aber sicher nicht auf legalem Weg, also in einem lizensierten Waffengeschäft, denn auf Grund der Waffengesetzgebung wird er sie dort eher nicht bekommen. Und wenn, wäre er ja registriert auf ewig. Aber in den Kreisen, in dem so ein Straftäter normalerweise verkehrt, ist die Beschaffung einer illegalen (Schuß)Waffe eine Kleinigkeit. Was man braucht ist Geld, sonst nichts. Ausweis oder Waffenbesitzkarte sicher nicht, Zeit auch nicht. Geht innerhalb von Minuten.

Nicht anders wird es gehen, wenn die Waffe zum Zweck des Raubes oder der Drohung, der Entführung oder des Terrorismus eingesetzt werden soll. Ist der Zweck illegal, wird auch das Tatinstrument illegal sein. Geht gar nicht anders, wenn man von reinen Affekttaten absieht, für die tatsächlich manchmal – aber in äußerst geringem Maße – legale Waffen verwendet werden. In solchen Fällen ist ja auch dem Täter egal, ob er erwischt wird, meistens richtet er sich ohnehin selbst. Was übrigens gar nicht so schlecht wäre.

 

Wir sind bei der Spaltung der Gesellschaft. Das Waffengesetz spaltet also die Gesellschaft und je strenger so ein Gesetz ausgestaltet ist, desto tiefer ist eine solche Spaltung.

Denn wie wir gesehen haben, teilt das Waffengesetz die Menschen – bleiben wir bei den Normunterworfenen – in zwei Gruppen: In die Rechtstreuen, die Braven, die sich an diese Gesetze halten und die anderen, die Menschen, die neben oder außerhalb der Gesetze stehen.

 

Wer also hält sich an das Waffengesetz?

Also alle, die sich auch sonst an Gesetze halten, die Rechtstreuen, diejenigen, die sich auch sonst an Gesetze und Vorschriften halten. Leute, die in der Stadt 50 fahren oder 30, wenn irgendeine vertrottelte Grüne das so bestimmt hat oder 130 auf der Autobahn, wenn nicht gar an einen Anschober-100er. Sie alle wollen keine Scherereien mit der Obrigkeit, sie wollen keine Strafen, sie wollen keine Überprüfungen oder unangenehme Fragen von der Behörde.

Und wer schon gar keine Probleme haben möchte, das sind die Sportschützen, die Waffensammler, die Jäger, jedenfalls alle, die ihre Waffen legal mit Genehmigung und Papieren erworben haben, die genau aufpassen, daß ihnen ja nichts abhanden kommt, daß sie ja alle vielfältigen Vorschriften peinlich genau beachten, auch wenn ihnen manche davon nicht besonders vernünftig vorkommen.

Nur schön brav sein, denn die Behörden sind genau, nicht immer verständnisvoll und vor allem recht humorlos, wenn es um Waffen geht. Daher läßt man sich willig alle fünf Jahre überprüfen, zeigt alles den kontrollierenden Polizisten vor und läßt sie sogar (gesetzwidrig) in die Waffenschränke hineinschauen.

Das also sind die Leute, für die unser Waffengesetz tatsächlich gemacht wurde. Dafür werden Heerscharen von Beamten beschäftigt, die vor allem damit befaßt sind, zu registrieren, zu genehmigen oder auch nicht, für die der Bürger ein Bittsteller ist, den man nach Belieben schikanieren kann, wenn einen danach ist. Und natürlich gibt es auch andere Beamte. Gescheite halt. Selten aber doch.

 

Wir kommen jetzt zur zweiten Gruppe, den Leuten, die sich nicht an das Waffengesetz halten.

Das sind zuerst einmal die schon bekannten Straftäter, die Leute außerhalb der Rechtsordnung. Für sie ist die Waffe das Werkzeug, das sie brauchen. Sie werden natürlich niemals eine solche Waffe legalisieren, nach einer Tat wird sie meistens weggeworfen. Mittel zum Zweck, sie hat ihre Schuldigkeit getan, man braucht sie nicht mehr. In die Donau damit. In kurzer Zeit ist die nächste am Gürtel oder in der Tasche. Natürlich braucht von denen keiner einen Waffenpaß. Kriegt man ohnehin nicht. Wurscht.

Dann aber gibt es eine immer größer werdende Gruppe von Menschen, die aus anderen Kulturkreisen (darf man den Begriff „Kultur“ in diesem Zusammenhang überhaupt verwenden?) zu uns gewandert sind. Das Waffengesetz interessiert sie überhaupt nicht. Außerdem: Sie leben in der vollen Überzeugung, daß sie als „Gläubige“ Waffen haben dürfen, die anderen aber, die „Ungläubigen“ jedoch nicht. Das gehört immerhin zur Religionsfreiheit und darf sicher nicht in Frage gestellt werden.

Dazu kommt, daß die Grenzen für solche Leute immer offen waren und weiterhin immer noch offen sind. Keiner schaut nach, keiner kontrolliert. Kalaschnikow, Makarow, Skorpion, Handgranaten – kein Problem. Und sollte die Polizei so etwas finden, auch egal. Die Waffen werden vielleicht eingezogen, Strafen aber gibt es nicht. Nie. Lächerlich.

 

Wir sehen also, wo und warum die Spaltung der Gesellschaft existiert. Es ist das Gesetz, das Waffengesetz, ihr Idioten, nichts anderes.