Waffenrecht Österreich

Die im Dunklen sieht man nicht

Die im Dunklen sieht man nicht

 

Im Waffenrecht gibt es zwei recht bemerkenswerte Gruppen von Waffenbesitzern: die legalen und die illegalen. Die legalen halten sich an die Gesetze, vor allem an die überflüssigen und schikanösen – das sind ja die meisten - und die anderen halten sich an gar nichts.

Zu den legalen gehören die Waffensammler, die Jäger und die Sportschützen, schließlich noch jene, die sich selber schützen wollen und die schon deshalb eine Waffe erwerben möchten und das auch dürfen.

Die Gesetze bei uns sind streng und recht schikanös. Die kleinsten Verstöße werden hart bestraft, die Waffenbehörden sind da recht unbarmherzig, legale und registrierte Waffen werden beschlagnahmt und einkassiert. Alles ist natürlich nicht nur gemeldet, sondern auch in einem Zentralen Waffenregister peinlich genau verzeichnet und elektronisch registriert. Fehler sollte hier der legale Waffenbesitzer besser nicht machen. Und alle fünf Jahre wird kontrolliert, damit alles gut eingesperrt ist.

Das meiste kommt natürlich von der EU. Ständig werden die Zügel angezogen und die Schrauben fester gedreht. Bekämpfung des Terrorismus heißt die Parole. Nützt zwar nichts, gefällt aber der Politik und den Medien.

Manches erfährt der legale Waffenbesitzer gar nicht; erst, wenn die Polizei vor der Tür steht und Einlaß begehrt, kommt er drauf, daß er möglicherweise was vergessen hat. Das Damoklesschwert hängt an einem recht dünnen Faden.

Wie aber schaut es bei den illegalen Waffenbesitzern aus?

Es passiert nix. Überhaupt nichts.

Schon bei der Einreise (oder soll man besser sagen, beim Eindringen in unser Land) wird nicht kontrolliert. Pässe gibt es nicht, Gepäck wird nicht angeschaut, wenn man wider Erwarten etwas findet, wird das diskret entsorgt, dem Besitzer passiert natürlich nichts. Kalaschnikows, Pistolen, auch Handgranaten werden durchgelassen. Jeder dieser „Schutzsuchenden“ ist wohl bewaffnet und wenn er selber noch nichts hat, kann er sich das Gewünschte schnell und vor allem ohne Bürokratie beschaffen. Handys haben ja alle mit. Der Terrorist des Vertrauens wartet auf den Anruf.

Weiter geht’s: Natürlich entfällt die in Abständen von fünf Jahren vorgeschriebene Kontrolle im häuslichen Bereich. Es ist ja nichts registriert, die Behörde weiß daher weder was von den Waffen oder von den Waffenlagern, weiß natürlich schon gar nichts von den verbotenen Waffen, von den Kriegswaffen, mit denen allenfalls Terrortaten verübt werden. Übrigens: Woher die Tatwaffe bei den jüngsten Morden stammt, hat bisher niemanden interessiert, den Herrn Innenminister schon gar nicht und die Waffenbehörden sind selbstverständlich völlig ahnungslos. Wie immer.

Wir erinnern uns noch an die Vorfälle auf der Donauinsel: die dort gefundenen Waffen (Kat A wohlgemerkt) wurden zwar einkassiert, den Besitzern aber ist bis heute nichts passiert. Den Waffenbehörden ist das, wie es scheint, völlig wurscht. Möglicherweise wurde ein Waffenverbot ausgesprochen, interessiert natürlich keinen.

Von den Messern oder anderen Mordwerkzeugen muß man erst gar nicht reden. Das so gefeierte „Waffenverbot an Bahnhöfen“, auf das manche depperte Politiker so stolz gewesen sind, ist ein trauriger Witz.

Wir haben also eine „gespaltene Gesellschaft“. Die einen, wie schon geschildert, für die gilt das strenge und ständig verschärfte Waffengesetz, das ja nur für die „Braven“ unter der Bevölkerung gemacht zu sein scheint.

Und für die anderen – die im Dunklen – für die gilt gar nichts. Die haben einen Freibrief. Einen Freibrief, ausgestellt von unseren Waffenbehörden, ausgestellt von der völlig verblödeten EU, ausgestellt von unseren Medien, die recht zufrieden zu sein scheinen mit der Panik, mit der sinnlosen Kontrolle und mit der gespaltenen Gesellschaft.

Weiter so, meine Herrschaften! Wie sagte schon Bert Brecht? Die im Dunklen sieht man nicht. Und wie mir scheint, will man sie auch gar nicht sehen.